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Meine Damen: Hier sind 4 Tipps um eure Businessidee zu finden

Im Prinzip kann jede Frau ein Business gründen.

Wie jetzt?

Naja, eins vorweg: Das Wort Business hört sich viel hochtrabender an, als es tatsächlich ist.  Schließlich bedeutet Business nichts anderes als Unternehmen, Geschäft oder Gewerbe. Und das kann schon auf der kleinsten Ebene stattfinden. Als Einzelperson – oder wie es im Englischen so schön heißt: als Solopreneur oder für uns Ladys Fempreneur oder mit Kind als Mompreneur – kann dies als kleines Neben-Business begonnen werden. Und wer weiß, was daraus wird.

Viel angenehmer finde ich allerdings die deutsche Übersetzung Angelegenheit, die synonym für Bestimmung steht. Das Wort Business verliert damit seine Schwere und kann als Aufgabe verstanden werden, mit der Frau Geld verdient. Zauberhaft, oder?

Und da ich der Meinung bin, dass jede von uns über ganz besondere individuelle Talente verfügt, mit der wir die Welt ein Stückchen bereichern können, und uns eine sehr eigene, nur uns gehörende Geschichte ausmacht, die vielen anderen helfen könnte, kann im Umkehrschluss jede Frau ein Business gründen. Wir müssen lediglich über den Mut verfügen, zu beginnen und es mit Leidenschaft praktizieren, so kommen die geeigneten Business-Werkzeuge und das benötigte Wissen von ganz alleine. Und schließlich gibt es ja auch noch Coaches und Berater, die da sind, um zu helfen und zu unterstützen, ein Business groß zu machen.

Aber wie finde ich jetzt eine Businessidee …

Häufig präsentiert sich die Idee dazu genau vor unseren Füßen. Bedeutet, wir müssen nicht weit schauen, sondern in unserem Inneren nach Antworten suchen. Frag dich, was treibt dich an? Wofür interessierst du dich? Was kannst du besonders gut? Auf welchem Gebiet – Beruf oder Hobby – bist du Expertin? Womit hilfst du den Menschen um dich herum immer wieder, und das vielleicht bereits seit Längerem? Wodurch stimmst du sie glücklich, und warum? Vielleicht hast du in deinem Leben etwas erlebt, das Anderen nutzen könnte?

Es gibt viele Wege, ans Ziel zu kommen, und ein paar Möglichkeiten möchte ich in diesem Artikel mit dir teilen.

Jetzt aber konkret

1. Dein Business liegt in deiner persönlichen Geschichte vergraben

Tatsächlich lassen sich aus den scheinbar kleinen Dingen, großartige Businessideen schneidern.

Oft liegen diese in unserer persönlichen Geschichte verborgen.

So fand eine wunderbare Klientin ihre Bestimmung und schließlich ihr Business in der berührenden Geschichte ihres Lebens. Sie war Opfer häuslicher Gewalt. Völlig alleingelassen und vollkommen überfordert in ihrer damaligen Situation stieß sie auf überlaufene Beratungsstellen und Frauenhäuser, undurchsichtige Behördenwege und Schwierigkeiten auf dem Weg zurück ins normale Leben. Heute sieht sie ihr Leid und die Herausforderungen als Mission. Sie hilft betroffenen Frauen individuell und unmittelbar, ist Stütze, Beratung und Mutmacherin zugleich. Ihre Erfahrung ist dabei ihr größter Gewinn. Schließlich kann sie nachempfinden, wie es den Betroffenen geht, was sie berührt und ängstigt und sie weiß, was sie benötigen. Ich finde, dazu gehört sehr viel Mut und Stärke. Und dafür bewundere ich sie.

Meine Businessweggefährtin und Freundin Sonja gründete und leitete schon in ihrer Jugend Akrobatikgruppen für Mädels und volontierte in den USA für die Initiative Girls Inc. Trotz Erfolgs und super Angeboten in der Marketingbranche verließ sie die Geschäftswelt, um nach der Elternzeit ihr eigenes Ding zu machen. Nicht überraschend fand sie es in der Karriereberatung für junge Mädels als Coach Sonja ihre Berufung und gründete Shedoes. Eine tolle Sache, wie ich finde, und vor allem genau ihr Ding.

Ich selbst habe mich jahrelang mit dem Thema Beruf und Berufung auseinandergesetzt, den Bereich der beruflichen Bildung studiert, zahlreiche Jobs selbst ausprobiert, Berufe recherchiert und mich mit den jeweiligen Anforderungen sowie Inhalten auseinandergesetzt. Und schließlich fand ich in dieser Auseinandersetzung meine eigene Berufung – nicht sofort, aber Schritt für Schritt. Rückblickend passen alle Meilensteine wunderbar zusammen. Mehr noch: Sie bauen wie durch Zauberhand logisch aufeinander auf und machen Sinn. Als ich mich traute anzufangen, kam der zweite große Bereich in mein Leben: die Businessberatung. Eigentlich nicht verwunderlich. Schließich war sowohl meine Aus- und Fortbildung sowie mein Studium von Wirtschaftswissenschaften und Pädagogik geprägt.

Suchst du nach einer geeigneten Businessidee, dann durchstöbere doch zunächst einmal deinen eigenen, ganz persönlichen Weg. Frag dich, was du besonders gut kannst und was dich antreibt. Womit hilfst du den Menschen in deiner nahen Umgebung? Dies kann vom Erstellen der Homepage für deine beste Freundin, einfach weil es dir große Freude bereitet, bis hin zum Schreiben von Artikeln für die Website deines Mannes, da du es besonders gut kannst, alles sein. Das Ausbessern von Kleidung für Familie und Freunde, schließlich bist du im Grunde deines Herzens eine leidenschaftliche Näherin und nicht Finanzbuchhalterin. Eine Tätigkeit als VA (Virtual Assistent), weil du gelernte Sekretärin bist, aber ortsunabhängig und frei arbeiten möchtest, und weil du es jahrelang gemacht hast und ein nicht zu schlagendes und wegzudenkendes Ass in Organisation und Administration bist, wie meine eigene persönliche und entzückende VA. Oder vielleicht gehst du gerne auf Flohmärkte und hast ein besonderes Auge für außergewöhnliche Mode oder Accessoires, um das dich deine Mädels beneiden und dich anflehen, auch ihnen ein ähnlich besonderes Stück zu besorgen.

Aus allen diesen Ideen lässt sich ein Business kreieren. Wichtig ist, dass es dir Spaß macht und du mit Leidenschaft dabei bist. Und denk immer daran: Du musst ein Business nicht in Vollzeit gründen. Fang klein an. Sieh es als Nebenprojekt. Das nimmt auch den Druck, bereits von Beginn an mit einem Business seine Existenz sichern zu müssen. So sind viele, heute große Unternehmen entstanden. Und besonders heute, in Zeiten des Internets, ist es einfach denn je.

2. Was brauchen die Menschen und was sind ihre Probleme?

Ein erfolgreiches Business stiftet immer einen Mehrwert!

Schließlich zahlen Menschen für das, was sie benötigen.

So kann eine Businessidee manchmal aus dem Nichts auftauchen. Man sucht etwas und findet dazu kein Angebot. Dies kann alles sein. Vor allem aber muss es nicht die neueste, noch nie dagewesene App sein oder ein technisches Gerät. Manchmal sind es die Kleinigkeiten, die den größten Effekt nach sich ziehen. Vom fehlenden Baby- oder Hundesitter in deiner Straße, dem Strickkurs für schwangere Frauen im Viertel deiner Stadt, dem Salsa Kurs, den das Fitnessstudio in deiner Ecke nicht anbietet bis hin zum Do-it-yourself Schreinerkurs für Frauen.

Eine sehr gute Freundin aus den USA bspw. betreibt seit Jahren Airbnb. Zunächst um ihr Haus abzahlen zu können, und weil es ihr große Freude bereitet, Gäste zu empfangen. Diese Freude spiegelte sich in der Anzahl der Gäste und deren positiven Bewertungen wieder, sodass andere Menschen, die selbst als Gastgeber tätig sein wollten, auf sie aufmerksam wurden und sie um Rat fragten. Mittlerweile coacht und berät sie als Airbnb Expertin Neu-Airbnbler und ist damit sehr glücklich und erfolgreich, wobei ihr damaliges Kunststudium (sie sattelt gerade auf Biomedizin um) sich wie ein geeignetes Puzzlestück in diese Tätigkeit reiht.

Die Zeitschrift Laviva veröffentlichte kürzlich einen Artikel über das holländische Startup truedors.com. Ein kleines Unternehmen, das Haustüren neu designt und die Idee hatte, die Türen Demenzkranker Patienten in Pflegeheimen mit Folien ihrer alten Haustüren zu bekleben. Die Patienten erfahren damit ein Stück Heimat, haben ein Gesprächsthema, können sich besser orientieren, und Besucher und Pfleger interessieren sich für die Geschichten hinter den Türen. Meiner Meinung nach eine weitere, unheimlich tolle Idee.

Es gibt so viele Möglichkeiten, sich selbstständig zu machen. Recherchiere den Markt, erforsche deine Umgebung und frage dich, was die Menschen um dich herum benötigen. Sieh die Probleme von gestern als Möglichkeit von heute!

Sei Problemlöser.

Wie? Hör zu! Sei achtsam!

Finde Lösungen.

3. Die meisten Businessideen existieren bereits – mach sie besonders

Und das ist überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil. Es bedeutet, dass es zu dieser Idee eine Nachfrage gibt. Schau dir ein Marmeladenregal im Supermarkt an. Die Vielfalt ist riesig. Sie scheint uns sogar zu übermannen. Und doch schaffen es die einzelnen Hersteller, mit ihren Produkten auf dem Markt zu existieren. Warum?

Zum einen, weil wir Menschen Gewohnheitstiere sind. Wir tendieren dazu, für Dinge Geld auszugeben, die wir bereits kennen und von denen wir überzeugt sind. Nach dem Motto: ,Wenn es bei Mutti die gute Schwartau gab, gibt es die bei mir auch.‘ Vertrauen ist das Zauberwort im gesamten Marketingprozess. Und so ist es auch bei der Businessidee.

Daneben steht das Wörtchen „Identifikation“. Kann ich mich mit einem Produkt und im besten Fall auch mit dem Hersteller identifizieren? Fühle ich mich angesprochen, man könnte auch sagen, gesehen? Das Angebot stiftet damit nicht nur einen Mehrwert, da es auf meine Bedürfnisse abgestimmt ist, sondern es impliziert positive Emotionen.

Für deine Businessidee bedeutet dies: Recherchiere den Markt und mach Produkte und Dienstleitungen besser! Frag dich, was die Anderen gut machen und wo noch Potential ist. Was suchen und wollen Kunden?

Vielleicht stolperst du dabei über ein Angebot und findet es grausam, auch wenn die Idee dahinter großartig ist. Ein Seminar etwa, das du besucht hast, weil es einen wunderbaren und interessanten Inhalt zum Thema hatte und genau deiner Expertise entspricht, die Umsetzung und Durchführung aber sterbenslangweilig und unverständlich war. Oder ein Ratgeber, der mit lückenhaftem Halbwissen, schlechten Methoden und Design glänzt. Vielleicht aber entdeckst du auf deiner Suche auch eine Nische. Wie etwa ein Café für stillende Mütter.

Angebote, Produkte und Ideen, die bereits existieren, lassen sich wunderbar optimieren und weiterentwickeln. Besonders, wenn du auf dem entsprechenden Gebiet Expertin bist. Kurzum: Man muss das Rad nicht immer neu erfinden, um ein Business zu gründen. Denn:

Manchmal haben zehn Frauen dieselbe Idee.

Erfolg hat aber nur die, die sie gut umsetzt.

4. Kreiere Dinge, von denen du wünschtest, sie existierten

Dieser wunderbare Stoff aus Marokko. Warum gibt es ihn nur dort zu kaufen und nicht bei uns? Und dieser Wein aus der Provence. Wie schön wäre es, dieses Geschmackserlebnis auch hier kaufen zu können. Oder der Lieferservice, den es in Berlin gab, warum gibt es den nicht hier?

Wahrscheinlich hatte bereits jede von uns diese Gedankengänge. Und zweifelsohne sind dadurch bereits sehr viele Businessideen entstanden. Bio Gemüselieferanten, Food- und andere Lieferservices bei dir um die Ecke, ein besonderer Wellnessurlaub, der Yoga und Bergwanderungen in Europa anbietet, und das völlig Offline und, und, und …

All diese Ideen sind aus einem besonderen Wunsch heraus entstanden. Frag dich also, was es noch nicht gibt, was du dir aber wünschst.

Eine Idee ist nicht starr. Du kannst sie immer weiterentwickeln!

Beruhigend zu wissen ist doch eigentlich, dass eine Idee nicht feststehend und starr  ist, sondern dass wir sie jederzeit weiterentwickeln können. Ideen entstehen und wandeln sich prozessartig zu konkreten Projekten. Denn wie heißt es so schön: Wege entstehen, indem wir sie gehen. Und das ist auch bei einem Business der Fall.

In diesem Sinne, geh den ersten Schritt. Notiere deine Ideen. Geh achtsam und neugierig durch die Gegend und lass dich nicht beirren, sondern glaube an deine Träume und verfolge sie.

 

Alles Liebe

Deine Martina