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16 Dinge, die Du in Italien nicht tun solltest

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Aber gewisse Dinge, die man aus seinem Heimatland gewohnt ist, laufen im Ausland komplett anders. Ganz nach dem Motto ‚when in Rome, do as the Romans do‘, sollte man sich ein wenig anpassen.

Ich zeige dir ein paar Besonderheiten, die u in Italien beachten solltest, um nicht ins Fettnäpfchen zu treten.

Nachfolgende Aufzählungen beschreiben, was du in Italien NICHT tun solltest, um nicht überrascht zu sein und um eine brutta figura zu vermeiden.

 

# Punkt 1: Vergesse nicht dein Zugticket zu entwerten

Bevor du in Italien in einen Zug einsteigst, denke daran, dein Ticket vorher zu entwerten. Auf dem Bahnsteig findest du entsprechende Entwertungsautomaten. Stecke dein Ticket in den Schlitz des Automaten und ziehe es nach links bis es klick macht. Hörst du das Klicken, dann hast du dein Ticket erfolgreich entwertet und kannst nun getrost in den Zug einsteigen ohne mit dem Kontrolleur mit Händen und Füßen diskutieren zu müssen und vor allem um ein Bußgeld zu vermeiden.

 

# Punkt 2: Gehe nicht nachmittags zum Shoppen

Hast du schon alles Sehenswerte gesehen und möchtest dich noch mit einer kleinen Shopping-Tour belohnen? Ideal im Land der Mode. Wie oft ist mir folgende Situation schon passiert: Ich habe nichts für den Tag geplant und ziehe los, um die kleinen Läden in den Gassen durchstöbern, in denen es die tolle italienische Mode gibt. Kaum am ersten Laden angekommen, fällt es mir auch schon wieder ein: Die kleinen Läden haben alle zu. Wie in Spanien gibt es auch in Italien die sogenannte Siesta. Die meisten Geschäfte schließen um circa 13 Uhr und öffnen erst gegen 16/17 Uhr wieder. Mir passiert das übrigens immer wieder, obwohl ich es ganz genau weiß. Ziehe also nicht wie ich am frühen Nachmittag los zum Shoppen, denn du wirst wahrscheinlich vor verschlossenen Türen stehen. Lege deine Shopping-Tour entweder auf den Vormittag oder auf den späten Nachmittag. So gehst du auf Nummer sicher, dass auch wirklich alle Geschäfte geöffnet haben. Nachmittags kannst du dir dafür einen lecker Aperol Spritz am Strand genehmigen 🙂 .

 

# Punkt 3: Bestelle keine Kugel Eis

Hast du Lust auf ein cremiges Gelato und hast dir deine Lieblingseisdiele schon ausgesucht? Das mit den Kugeln Eis läuft in Italien aber ein wenig anders als bei uns in Deutschland / Österreich. Man bezahlt nicht nach Kugeln, sondern nach der Größe der Waffel (auf Italienisch: cono) oder des Bechers (auf Italienisch: coppetta). Man sucht sich also die gewünschte Größe aus (meist: klein, mittel, groß) und wählt dann die Geschmacksrichtungen. Auch bei der kleinsten Waffel- oder Bechergröße kann man sich meist zwei verschiedene Sorten aussuchen. Bei größerer Größe der Waffel oder des Bechers kann man mehrere Geschmacksrichtungen wählen. In Italien wird meist auch nicht der runde Eisportionierer verwendet, der wie bei uns in Deutschland die Eiskugeln formt, sondern eine Art Spachtel (auf Italienisch: spatola da gelato). So werden die Portionen um einiges größer als bei uns.

 

# Punkt 4: Häufig musst du vor dem Bestellen bezahlen

In vielen Bars, Kiosken und auch Eisdielen (besonders in den Shops der Autobahnraststätten) ist es üblich erst an der Kasse zu bezahlen und mit dem Kassenzettel an die Theke zu gehen und das Bestellte dort zu erhalten. Mir passiert es immer noch, dass ich an der Theke bestellen möchte und dann erstmal zur Kasse geschickt werde. Es ist aber auch verwirrend. Vor allem für Touristen, die kein Italienisch sprechen. Möchte man beispielsweise ein belegtes Brötchen aus der Vitrine bestellen und deutet mit dem Finger darauf, wird man erst an die meist ein paar Meter entfernte Kasse zum Bezahlen gebeten. Man muss sich also den Namen gemerkt haben und an der Kasse bestellen und bezahlen. Mit dem Kassenzettel geht man dann zurück an die Theke und erhält das Gewünschte. Ich hoffe ich habe dich nicht zu sehr verwirrt. Es ist etwas verwirrend für uns, aber ganz normal in Italien.

 

# Punkt 5: Bestelle keinen caffè, wenn du einen Kaffee möchtest

Bestellst du einen caffè in Italien, erhältst du einen Espresso. In Italien gibt es den Kaffee nicht, den wir in Deutschland / Österreich trinken. Unser Kaffee ist absolut verpönt in Italien. In touristischen Gegenden sind die Italiener mittlerweile gewohnt, was wir unter einem Kaffee verstehen. Aber mach es trotzdem deutlich, dass du einen deutschen Kaffee möchtest, indem du einen caffè tedesco (deutscher Kaffee) oder einen caffè americano (amerikanischer Kaffee) bestellst. Einfacher wäre es natürlich auf den deutschen Kaffee in Italien zu verzichten und die italienischen Kaffeespezialitäten zu probieren 🙂 .

 

# Punkt 6: Trinke den caffè nicht vor dem Glas Wasser

Ist dir schon mal aufgefallen, dass es in Italien immer ein Glas Wasser zum Espresso dazu gibt? Das hat einen ganz bestimmten Grund. Aber trinkt man jetzt das Wasser vor, während oder nach dem caffè?

Idealerweise trinkt man das Wasser vor dem Espresso, denn es spült die Geschmacksnerven im Mund, sodass das Aroma des caffès besser aufgenommen werden kann.

 

# Punkt 7: Setze dich nicht an einen Tisch, wenn du nur einen Espresso bestellst

Italiener trinken sehr viel Espresso am Tag. Meistens auch schnell zwischendurch an einer Bar, und zwar am Bartresen im Stehen. Und das machen sie nicht nur aus Zeitgründen. Natürlich kannst du dich auch nur mit einem caffè an einen Tisch setzen. Aber im Sitzen wirst du für deinen caffè eben mehr bezahlen als im Stehen am Tresen. Der caffè am Bartresen (auf Italienisch: caffè al banco) hat nämlich einen festgelegten Maximalpreis von einem Euro in ganz Italien. Am Tisch gibt es diesen von der Kommune festgesetzten Maximalpreis jedoch nicht. Du wirst am Tisch also mehr bezahlen. Schließlich wird dir der Espresso von einem Kellner an den Tisch gebracht und die benutzte Tasse wieder abgeräumt. Und für diesen Service bezahlt man in Italien eben mehr.

 

# Punkt 8: Trinke keinen Cappuccino am Nachmittag

Wenn wir schon mal bei dem Thema caffè sind; es gibt da noch eine ungeschriebene Regel bezüglich des Cappuccino. Bestelle keinen Cappuccino nach 11 Uhr Vormittags. Du wirst nämlich sofort als typischer Tourist abgestempelt werden. Cappuccino am Nachmittag ist fast schon ein No-Go. Der Cappuccino wird in Italien hauptsächlich zum Frühstück getrunken. Wundere dich also nicht, wenn du und dein Cappuccino am Nachmittag seltsam angeschaut werden. Na gut, nicht alle Italiener sind so streng mit dieser Regel. Ich habe schon einige Italiener gesehen, die ihren Cappuccino auch am Nachmittag genossen haben. Der Cappuccino wird aber auf gar keinen Fall direkt nach dem Mittagessen getrunken. Nach dem Essen gibt es einen Espresso, aber keinen Cappuccino! Diese Regel gilt übrigens auch für Latte Macchiato und andere Kaffeespezialitäten mit Milch. Der caffè macchiato (Espresso mit Milchschaum) ist jedoch eine Ausnahme. Dieser kann schon nach dem Mittagessen getrunken werden.

 

# Punkt 9: Gehe abends nicht so früh ins Restaurant

Italiener sind es gewöhnt spät zu Abend zu essen. Je südlicher desto später. Und dementsprechend sind die Öffnungszeiten vieler Restaurants. Bist du also nicht in einer Touristengegend, wirst du sehr wahrscheinlich gegen 20 Uhr vor verschlossener Tür stehen. In Italien machen viele Restaurants vor allem im Süden erst gegen 21 Uhr auf. Es gibt aber eine Alternative, wenn dir das zu spät ist. Du kannst auch einfach einen Aperitivo in einer Bar nehmen und das Abendessen ausfallen lassen.

 

# Punkt 10: Bestelle keine Pizza Hawaii und keine Spaghetti Bolognese

Ananas auf einer Pizza? Absolutes No-Go in Italien. Diese Pizza gibt es zwar auf manchen Menüs in Pizzerien in Touristengegenden. Aber dann bist du eben in einem typischen Touri-Restaurant gelandet. Steht sie nicht auf der Karte, dann frag auch nicht danach. Die Pizza Hawaii ist nämlich absolut untypisch für Italiener. Dafür gibt es aber Pizzen mit einer Portion Pommes oben drauf, oder mit Kartoffeln, Kürbis,  Zucchini oder auch Pizza mit Wiener Würstel. Diese Pizzen sind wohl für uns eher untypisch.

Und was hat es mit Spaghetti Bolognese auf sich? Jedes Kind kennt doch Spaghetti Bolognese. Eines der „typisch italienischen“ Lieblingsgerichte der Deutschen, in Deutschland. Du wirst dieses Gericht in Italien aber nicht finden, denn es ist keine italienische Erfindung. Es gibt zwar die Fleischsoße Ragù alla Bolognese und diese wird mit allen möglichen Pastasorten gegessen. Niemals aber mit Spaghetti. Findest Du Spaghetti Bolognese auf einer Karte in einem Restaurant in Italien, dreh am besten wieder um und such dir ein anderes Restaurant. Denn du bist auch hier wieder in einem typischen Touri-Restaurant gelandet. Kurz zurück zu den Spaghetti. Sie werden üblicherweise nur mit einer Gabel gegessen und nicht mit einem Löffel. Und schon gar nicht werden sie mit einem Messer geschnitten.

 

# Punkt 11: Wundere dich nicht, wenn auf deiner Rechnung ein paar Euro mehr stehen

In Restaurants in Italien ist es üblich für Gedeck zu bezahlen, das sogenannte coperto. Um die 1,50€ oder 2€ wird pro Person mit einberechnet für ein Tischgedeck. Oft bekommt man in italienischen Restaurants Brot mit Öl auf den Tisch gestellt oder Bruschetta. Das ist in dem coperto mit einberechnet. Dafür ist es in Italien eher unüblich ein großes Trinkgeld zu geben. Die meisten Italiener lassen ein bisschen Wechselgeld auf dem Tisch liegen bevor sie gehen, aber nicht zwangsläufig 10% wie bei uns der Richtwert ist. Also mach dir in Italien keinen großen Kopf über das Trinkgeld. Hat dir der Service besonders gut gefallen, kannst du dem Kellner natürlich ein üppigeres Trinkgeld dalassen. Fühl dich in Italien aber nicht dazu verpflichtet, denn du bezahlst ja immerhin schon für Gedeck.

 

# Punkt 12: Verlang nicht nach einer getrennten Rechnung

Fragt ihr in italienischen Bars und Restaurants nach der Rechnung (il conto), legt euch der Kellner eine Rechnung auf einem Unterteller oder Körbchen auf den Tisch und geht wieder. Man wird also nicht einzeln am Tisch abkassiert, sondern legt das Geld mit der Rechnung auf den Teller oder in den Korb und wartet bis er wieder abgeholt wird. Der Kellner nimmt dann die Rechnung samt dem Geld wieder mit und bringt euch das Wechselgeld zurück an den Tisch, wenn ihr es nicht passend hattet. Die Rechnung und das Restgeld müsst ihr also selbst untereinander aufteilen. In Italien ist es nicht üblich, getrennt zu bezahlen.

In einigen Restaurants, Bars etc. fragt man nicht nach der Rechnung sondern geht einfach hinein und bezahlt drinnen an der Kasse. Das wirst du jedoch schnell feststellen, vor allem, wenn du vergeblich auf den Kellner zum Bezahlen wartest.

 

# Punkt 13: Gehe nicht schulterfrei und mit kurzem Rock in Kirchen

Im Sommer ist es in Italien sehr heiß und das verleitet natürlich dazu mit einem Trägertop und Hotpants zum Sightseeing zu gehen. Es ist ja auch grundsätzlich kein Problem leichtbekleidet durch Italien zu laufen. Es sei denn, du möchtest dir auch ein paar Kirchen ansehen. Abgesehen davon, dass zu viel Haut in der Kirche als sehr respektlos angesehen wird, wirst du erst gar nicht in eine Kirche hineingelassen. Die Haut deiner Schultern und Knie muss nämlich bedeckt sein. Also denk bei deiner Sightseeing-Tour daran, eine knielange Hose oder einen knielangen Rock anzuziehen und ein Shirt, das deine Schultern bedeckt. Du kannst dir aber auch einfach ein Tuch über die Schultern werfen. Wichtig ist, dass die Haut bedeckt ist.

 

# Punkt 14: Verlasse dich nicht auf Zebrastreifen

Du hast sicher schon von dem chaotischen Verkehr in Italien gehört. Und das ist kein Gerücht. Willst du in Italien eine Straße überqueren, empfiehlt es sich doppelt und dreifach nach kommenden Autos Ausschau zu halten. Dabei ist es völlig egal, ob du an einem Zebrastreifen stehst oder nicht. Die wenigsten Italiener halten an, wenn sie Passanten an einem Zebrastreifen warten sehen. Sie halten erst dann, wenn sie wirklich nicht anders können, da man schon einen Fuß auf die Straße gesetzt hat. Dies kann sehr gefährlich werden, denn italienische Autofahrer scheinen nicht immer aufmerksam auf den Straßen unterwegs zu sein. Also lieber ein bisschen länger am Zebrastreifen warten, als zu riskieren von einem Auto erfasst zu werden. Du solltest dich vorsichtig vortasten und dich auf keinen Fall darauf verlassen, dass jemand sofort anhält. Am besten geht man dann über die Straße, wenn wirklich kein Auto mehr in Sicht ist. So überquert man die Straßen in Italien am sichersten.

 

# Punkt 15: Vergesse nicht ein Handzeichen zu geben, um den Bus anzuhalten

Wie oft ist mir das schon passiert: Ich warte an einer Bushaltestelle verzweifelt auf meinen Bus (man weiß nämlich nie so genau wann Busse in Italien kommen) und endlich sehe ich ihn kommen. Und dann fährt er einfach an mir vorbei und hält nicht an, obwohl mich der Busfahrer ganz genau gesehen hat. Irgendwann hat mich jemand aufgeklärt: Man muss dem Busfahrer ein Handzeichen geben, um zu signalisieren, dass man einsteigen möchte. Busse in Italien halten nicht an jeder Haltestelle automatisch an. Wenn also niemand zufällig an der Haltestelle aussteigen muss und du vergessen hast ein Zeichen zu geben, dann fährt der Bus einfach an dir vorbei.

 

# Punkt 16: Verlasse dich nicht auf dein Englisch

Italiener sind nicht gerade bekannt für ihr Talent in Sachen Fremdsprachen. Gerade die ältere Generation spricht kein Englisch. Aber auch viele junge Leute beherrschen meist nur ihre Landessprache. In touristischen Gegenden spricht der ein oder andere Kellner eventuell etwas Englisch. Wobei mir vorkommt, dass die meisten Italiener, die im Tourismus arbeiten, eher etwas Deutsch als Englisch sprechen. Klar gibt es immer Ausnahmen und es gibt Italiener, die fließend Englisch beherrschen. Aber grundsätzlich wirst du in Italien nur mit Englisch nicht allzu weit kommen. Wenn du also in Italien kommunizieren möchtest, dann lerne ein paar Brocken Italienisch. Italiener freuen sich umso mehr, wenn man sich bemüht mit ihnen in ihrer Sprache zu kommunizieren. Und die meisten machen sich sowieso mit Händen und Füßen verständlich.

 

 


Titelbild by davide ragusa on Unsplash