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5 Tipps für deinen Vortrag als Speakerin

Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert bis zu dem Zeitpunkt, an dem du aufstehst, um eine Rede zu halten.

Wie Mark Twain das auf den Punkt gebracht hat, oder?

Als Speakerin auftreten.

Einen Vortrag halten. Einen wichtigen Pitch stehen. Sich auf den Punkt präsentieren. Es geht um viel. Und „ich komm nochmal rein“ ist leider nicht möglich.

Urgs. Da geht gestandenen Ladies die Pumpe.

Wir sind nervös. Die Stimme zittert. Und gerade die ist so entscheidend. Deine stimmliche Performance macht 40% des Ganzen aus. Aber: Die 40% kannst du trainieren.  Tipps dafür bekommst du hier.

Warum???!

Wie kann es sein, dass wir, wo wir alle so viel KnowHow besitzen und Expertinnen in unseren Bereichen sind, feuchte Hände bekommen, wenn wir vor Publikum etwas präsentieren sollen?

Die Antwort: Das sind uralte Ängste, die in uns wach werden. Wir haben also Angst davor:

  • ausgegrenzt zu werden. Dazugehören war einmal lebenswichtig in der Menschheitsgeschichte. Auch heute noch leidet die Seele schwer, wenn es geschieht.
  • Zu versagen. Es geht dabei vor allem um den Einbruch unseres Selbstwertes, der damit verknüpft ist.
  • Davor, dass andere unsere Anspannung sehen und unsere Schwäche ausnutzen könnten. Auch das ist uralt. Heute haben wir zumeist zwar nicht mehr dann das Schwert im Rücken, aber auch Worte tun weh.

Was geschieht?

Adrenalin schießt hoch und das verändert den Muskeltonus und die Atmung. Prompt zittern wir und unsere Stimme. Alles ist in Alarmbereitschaft.

 

Meine Tipps

Hier teile ich mit dir meine 5  Tipps und Schritte, die ich vor einem Vortrag durchführe und die (bei mir) sicher funktionieren.

Sie helfen dir den Vortrag spannend zu gestalten, ihn gewinnend zu halten und dein Lampenfieber im Zaum zu halten.

 

Vorab eine kleine Geschichte:

Ich durfte vor Kurzem eine Veranstaltung hier in Nürnberg moderieren. Mein Job war es, den Abend durchs Programm zu führen, zu vermitteln, die Stimmung abzuspüren und darauf zu reagieren.

Ich bekam sehr viel positives Feedbacks seitens der Künstler, etwa dass die Moderation so spritzig, so einfühlsam und so unterhaltsam sei und sie sich dadurch richtig wohl fühlen, in diesem durch die Moderation gesteckten Rahmen. Und so merkte ich wieder einmal: Die Vorbereitung und das Stressmanagement funktionieren.

Ich gebe zu, ich erntete einige Blicke, als ich vor der Vorstellung im Foyer unter all den Menschen umherging und meine Lippen leise flatterten, ich vor mich hinsummte und kaute und ein paar andere Spirenzchen machte. Aber: Damit lässt sich’s leben. Und das Ergebnis war es mir wert.

 

Zeit, die Tipps mit dir zu teilen, damit auch du davon profitieren kannst.

 

1. Be a Storyteller!

Vorbereitung lohnt sich. Verpacke am besten den Vortrag in eine Geschichte. Storytelling macht es dir leichter zu sprechen und für deine Zuhörer ist es einfacher, dem Thema zu folgen. Und glaub mir, es gibt immer eine Geschichte. Oft denken wir nur: Das ist doch nicht spannend, was ich da zu erzählen habe.

2. Übe den Vortrag!

Und zwar laut! Damit du eine gute stimmliche Präsenz entwickelst, empfehle ich dir, bereits beim Üben auf ein paar Dinge zu achten:

Richte dich auf. Mach dich groß.
Sprich bewusst etwas langsamer, denn schneller wirst du später sowieso.
Sprich deutlich!

Brauchst du eine Übung dazu? Voilà:

Nimm einen Stift quer in den Mund und beiße leicht rauf. Jetzt halte den Vortrag mit dem Handicap. Du musst gegen den Widerstand des Stiftes artikulieren. Ein sehr effizientes Training für ganz nebenbei und witzig ist es auch.

3. Wenn’s Spaß macht, entstehen positive Emotionen!

Diese helfen uns beim Lernen. Du wirst merken, dass du danach viel deutlicher sprichst. Es ist im Ernstfall sowieso schwieriger einen guten Kontakt zum Körper zu halten. Es vorher geübt zu haben, erhöht die Chance, dass du das dann auch unter Anspannung abrufst.

Mach in den Tagen vor dem Vortrag ein wenig Stimmtraining.

Eine super Übung ist die Kaustimme.

Sie hilft dir, Kontakt zu dir und deiner optimalen Sprechtonlage, deinem Eigenton – oder in Fachsprache: deiner Indifferenzlage – aufzubauen.

So geht’s: Stell dir dein Lieblingsessen vor. Und jetzt beginne genüsslich zu kauen und dabei zu summen. Mmmmmmmmmmm…. Wie verändert sich deine Stimme?

Spürst du, dass dein Brustkorb vibriert? Leg deine Hand hin, um es zu checken. Wo vibriert es noch? Etwa 2 Minuten üben. Behalte beim Sprechen einzelner Sätze dieses Vibrationsgefühl.

Dazu sprich erst sehr langsam und gedehnt. Checke den Brustkorb mit deiner Hand.

Eine tiefere, also körperlichere Stimme, vermittelt Kompetenz und Sicherheit. Deswegen machen wir im Stimmtraining eben diese Übungen, denn so bekommst du mehr Körperklang in der Stimme, ohne künstlich zu wirken und deine Authentizität zu verlieren.

 

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4. Nervös vor dem Auftritt?

Das hier hilft: Zieh dich zurück, wenn du kannst. Lockere dich. Hüpfe. Bleib in Bewegung. Mach Faxen. Zieh Grimassen. Wenn du dich nicht zurückziehen kannst, führe kleine, unauffällige Bewegungen aus. Bewege die Finger. Den Fuß. Den Kopf.

Bewegung baut Adrenalin ab. Du wirst ruhiger. Unter Anspannung neigen Muskeln zum Verkrampfen. Auch deine Zunge ist ein Muskel. Was hier hilft: Bewege sie. Solange sie in Bewegung ist, kann sie nicht festhalten.

Das kannst du ganz unauffällig tun: Fahre mit der Zunge im Mund deine Zahninnenseiten entlang. Lass den Mund geschlossen. Drücke die Zungenspitze gegen deine Schneidezähne. Löse wieder. Spiele mit der Zunge im Mund.

5. Uuuund: Action. Geheimtipp während des Auftritts:

Um während des Auftritts im Fluss zu bleiben, und zugleich charismatisch überzeugen zu können, verrate ich dir einen meiner Geheimtipps.

Wir machen einen Mindsetchange: Wie wäre es, wenn das Sprechen vor Menschen zukünftig, statt eines Ablieferns, ein Geschenk an diese Menschen sein könnte?

Beschenke die Menschen mit jedem Wort.  Mit jeder Silbe. Stell dir das vor.

Mach dazu auch körperlich eine leichte „Schenkbewegung“. Du fragst dich, wie die aussieht? Na, wie überreichst du denn ein Geschenk? Genau: Du streckst die Hände vor, neigst den ganzen Körper dem zu Beschenkenden zu.

Die Wirbelsäule neigt sich als Ganzes leicht nach vorne. Die Hände müssen beim Sprechen jetzt nicht immer eine Überreichbewegung machen. Aber es wird dir helfen.

Verschenke DICH.

Du hast etwas zu sagen. Und vor allem: Du sprichst für die Menschen. Nicht für dich. Mach dir das bewusst, denn auch das lenkt dich vom eigenen Drama Nervosität weg.

Mehr? Schau mal auf www.stimme-nuernberg.de vorbei.
Am 9.6.18 wartet ein toller Workshop auf dich, für den es noch Restplätze gibt!

BE A VOICE. NOT AN ECHO.

Alles Liebe für deine Stimme und dich,

Antje

 

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