56 Views |  1

Von Skeptikern und Zweiflern

und davon, dass die Farbpalette mehr zu bieten hat, als Schwarz und Weiß.

„Ohje, das haben Sie sich doch sicher anders vorgestellt?!“

Als ich das letzte Mal in einem kleinen gemütlichen Café am Hafen saß, wurde ich einmal mehr vom wuchtvollen Übergriff energieraubender Kopflosigkeit mancher Menschen überrascht.

Das Café ist relativ neu. Die junge Frau, die es betreibt, übernahm es von einem alt eingesessenen Paar und hat dem Ganzen nun einen neuen Stil verpasst. Jünger, frischer und einfach zum Wohlfühlen. Hyggelig. Die junge Frau führt es voller Leidenschaft, steht jeden Tag persönlich hinterm Tresen und lässt sich für jeden ihrer Gäste ein paar liebenswerte Worte zur Begrüßung einfallen, auch bei den Gästen heute. Allerdings löcherten sie diese mit Fragen und die dazugehörige Mimik unterstrich das Gesagte entsprechend.

„Sie machen ja sicher noch etwas Bodenständiges? Davon kann man ja nicht leben! So ein kleines Café. Wirft doch nichts ab. Hier kommt doch kaum jemand vorbei. Bei uns war das ja auch nur Zufall!“

Genervt kam sie bei mir vorbei und fragte, ob alles in Ordnung sei. Dabei konnte sie sich ein leichtes Seufzen nicht verkneifen.

Wieso malen denn alle nur mit schwarz und weiß, wenn es so viele Farben gibt?

Das kenne ich. Nur zu gut. Seit meiner Selbständigkeit häufen sich auch bei mir solche Situationen. Jeder, der Ziele hat, sich auf den Weg macht und dann Menschen trifft, die ständig alles kleinreden und in Frage stellen, weiß, wie sich die Café-Besitzerin fühlen musste.

Es raubt unheimlich viel Energie von Skeptikern, Zweiflern, Pessimisten und Neidern umgeben zu sein und sich selbst und seine Vorhaben jedes Mal erklären zu müssen. Es geht nicht darum, dass alle Welt meine Ideen super finden soll. Konstruktive Kritik ist immer willkommen und auch ein Gespräch mit ehrlichen Fragen und Bedenken würde ich nie ablehnen. Aber so etwas? Das braucht man nun wirklich nicht.

Liegt es in unserer Natur, Dinge erst einmal zu kritisieren? Menschen, die uns nahestehen in Frage zu stellen? Sie schlecht zu machen und irgendwie abzuwerten, damit wir selbst besser dastehen können? Um uns an ihrem Scheitern zu erfreuen, weil wir selbst ungelebte Träume haben und nie den Mut aufbringen würden, überhaupt den ersten Schritt zu gehen?

Wieso rennen wir bei erstbester Gelegenheit los, um das neue Beauty-Produkt von Heiki Klum oder die neuen, alles-aushaltenden Trainings-Kopfhörer von Dwayne „The Rock“ Johnson zu kaufen? Wieso fällt es uns denn so schwer, andere weiter nach vorne zu bringen, anstatt sie zurückzuziehen oder gar festzuhalten?

 „Das haben Sie sich doch sicher anders vorgestellt?!“

Nein, eigentlich nicht! Jeder, der Ziele und Visionen hat, weiß, dass der Weg dorthin nicht unbedingt ein Zuckerschlecken ist und es immer wieder Rückschläge geben kann. Es geht eben auch darum genau in diesen Zeiten der Rückschläge den Kopf nicht in den Sand zu setzen. Neu sortieren und weitermachen. Aufgeben ist keine Option. Und auf dem ohnehin anstrengenden Weg zur Zielerreichung braucht man ganz sicher niemanden, der zweifelt, neidisch oder missgünstig ist und den ganzen Tag über nichts Besseres zu tun hat, als einem den letzten Funken Kraft zu rauben.

Das Leben ist bunt. Also hört auf in schwarz-weiß zu denken und ermutigt die Menschen um euch herum, statt ihnen Energie zu rauben! Wer weiß, vielleicht springt ja ein Funken des Mutes über und ihr macht euch selbst auf euren eigenen Weg und erfüllt euch einen Traum…