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Karriere-Booster: Personal Branding

Du bist gut ausgebildet, hast tolle berufliche Erfahrungen vorzuweisen und ein großes fachliches Wissen. Aber trotzdem bist du in deiner Branche ein unbeschriebenes Blatt. Anfragen zu Vorträgen oder sogar Stellenangebote bleiben aus und du sehnst dich nach dem nächsten Schritt auf der Karriereleiter. Was an dieser Stelle fehlt sind Public Relations. Denn der professionelle Einsatz von PR kann ein wahrer Karriere-Booster sein.

Personal Branding

Das Schlüsselwort lautet hier: Personal Branding! Darunter versteht man den Aufbau einer Person zu einer Marke. Nur so schafft man den Schritt von einem Business Insider hin zu einem der Öffentlichkeit bekannten Experten.

Personal Branding ist zugegeben einer der großen Trends des Jahres 2018. Aber wirklich neu ist die Herangehensweise nicht: Eine Person positioniert sich innerhalb der Branche als Experte für einen Bereich. Klassischerweise galten vor allem Persönlichkeiten, die eine Publikation verfasst haben, immer als Experte. Heutzutage gibt es jedoch vielfältige Wege sich zu positionieren. Allerdings ist der Aufbau eines Expertenstatus ohne Social Media und Online-Inhalte  kaum noch möglich.

Durch Personal Branding rückt der Mensch in den Vordergrund. Bekannt ist dieses Verfahren auch bei Prominenten. Diese verkörpern in einer starken Weise die eigene Personenmarke. Dadurch werden sie für andere Unternehmen, z.B. als Testimonial, interessant oder können eigene Produkte am Markt platzieren. Übertragen auf die Selbstvermarktung in der Businesswelt eröffnen sich neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit oder gar neue Geschäftsmöglichkeiten. Das alles wird durch Aufmerksamkeit und positive Reputation bewerkstelligt, die durch Personal Branding gesteuert wird.

Wie vermarktet man sich selber?

Beim Personal Branding gibt es nicht den einen Hebel, der alles in Gang setzt. Selbstvermarktung kann auf unterschiedliche Art und Weise angegangen werden. Dabei spielen vor allem die individuellen Ziele eine starke Rolle. Es gibt kein richtig oder falsch. Dennoch sollte man strategisch vorgehen und nicht einfach so vor sich hin werkeln.  Denn ohne klare Zielsetzung ist der Aufbau des Personal Brandings nicht möglich. Man verschwendet Zeit und Geld.

Im Zentrum jeder Personal-Branding-Strategie steht der Aufbau einer positiven Reputation. Welche Werte darüber hinaus kommuniziert werden sollen ist von der Persönlichkeit des Selbstvermarkters abhängig. Das wichtigste beim Personal Branding ist Authentizität. Denn nur dadurch kann sich der größte Vorteil der Selbstvermarktung entfalten: Menschen identifizieren sich mit anderen Menschen. Eine Personenmarke ist also in aller Regel nahbarer als ein Unternehmen oder ein Produkt. Eine positive Reputation schafft Nähe, Vertrauen und die Sichtbarkeit als Experte gegenüber Dritten.

Diese Vorteile strahlen auch auf Unternehmen oder Produkte ab, weshalb Personal Branding nicht nur für Selbstständige sondern auch für Unternehmen attraktiv ist. Die Reichweite und die hohe Glaubwürdigkeit eines Experten werden gerne genutzt, um eigene Produkte zu vermarkten (Stichwort: Influencermarketing), aber auch der Aufbau eigener Meinungsführer steht auf der Agenda vieler Unternehmen.

Wie schaffe ich ein Personal Branding?

Erfolgreiche Selbstvermarktung ist ohne eine grundlegende Strategie nicht möglich. Da Personal Branding heutzutage hauptsächlich über Online-Marketing getragen wird, gehe ich hier auch nur auf diesen Bereich ein.

Klärung der Zielgruppe

Zunächst sollte die eigene Zielgruppe möglichst detailliert definiert werden. Dies kann man als Grundlage für alle weiteren Schritte sehen. Anhand der Zielgruppe lassen sich Maßnahmen und Themenfelder festlegen, die notwendig sind, um die Zielgruppe zu erreichen und anzusprechen.

Bestimmung der Kanäle

Darüber hinaus sollten die Kommunikationskanäle definiert werden: Welche Kanäle nutzt die Zielgruppe und sind daher geeignet diese ohne Zwischenschritte anzusprechen? Überlegungen hinsichtlich des Formats sollte man zudem erwägen: Sind kurze Social-Media-Beiträge eher geeignet um die Zielgruppe anzusprechen oder lesen diese lieber lange, ausführliche Fachartikel? Meist ist ein Mix von Kanälen und Formaten ideal.

Man sollte sich nicht dazu zwingen, alle zur Verfügung stehenden Kanäle zu bespielen, Jedes soziale Netzwerk hat seine ganz eigenen Regeln. Zwar kann man Inhalte immer wieder nutzten, sie müssen jedoch für jeden Kanal individuell aufgearbeitet werden. Das ist mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden. Halbherzigkeit in Form von Nutzung eines Formats für mehrere Kanäle ist hier fehl am Platz. Es gilt: Weniger ist mehr. Man sollte sich lieber wenige Netzwerke aussuchen auf denen die Zielgruppe in hoher Zahl vertreten ist und hochwertigen Content bieten, als mehrere Social Media Plattformen mit minderwertigen, nicht passenden Inhalten zu befüllen. Wichtig ist auch, Kanäle zu wählen, mit denen man sich selbst wohlfühlt.

Den grundsätzlich ist der professionelle und seriöse Auftritt im Netz für den Aufbau einer nachhaltigen Reputation zu empfehlen.

Grundlagen zur Steigerung der Online-Reputation

Neben dem übergeordneten Personal Branding sind vor allem Kenntnisse im Bereich SEO und eine gewisse Kommunikationskompetenz Kernvoraussetzungen für eine gelungene Selbstdarstellung im Netz.

Um die eigene Reputation positiv zu beeinflussen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Ganz klar im Fokus liegen aber zwei Bereiche: Demonstration des eigenen Wissens und der aktive Aufbau einer Community. Beide Faktoren sind miteinander verbunden, denn durch gute Inhalte zieht man seine Zielgruppe fast schon magisch an. Der interaktive Austausch muss dann nur noch aktiv gesteuert werden.

Die Community wird nicht ausschließlich aus deinen Zielkunden bestehen, sondern auch Gleichgesinnte, Unterstützer oder Förderer anziehen. Durch den Austausch mit anderen wird unsere eigene Inspiration und auch die der Leser angeregt. Gleichzeitig nimmt die Wahrnehmung als Experte in der Öffentlichkeit, nicht zuletzt medial, zu.

Grundlegende Personal Branding Maßnahmen

Die wichtigste, primäre Maßnahme im Personal Branding ist die Verbreitung des eigenen Wissens über die eigenen Kanäle und letztendlich auch über die Medien.

Klassischerweise sollte man sich zunächst nach einer Zielgruppenanalyse auf ein Medium (Text, Audio, Video) einigen und dementsprechend einen (eigenen) Kanal anlegen, z.B. einen Blog, Podcast oder einen YouTube-Kanal. Dieser Kanal wird der zentrale Dreh- und Angelpunkt aller Personal Branding Maßnahmen. Natürlich kann man auch mehrere Kanäle gleichzeitig betreiben.

Im nächsten Schritt sollte man Profile auf den relevantesten Social-Media-Plattformen anlegen. Hierbei sollte man sich jedoch bereits eine Content-Strategie überlegt haben. Und ebenso wie für den zentralen Kanal bereits Inhalte vorproduziert haben. Für einen reibungslosen und möglichst stressfreien Ablauf der Contenterstellung sollte man sich einen Redaktionsplan anlegen, indem man über einen bestimmten Zeitraum die Inhalte bereits vorbereitet und datiert hat. So fällt die Erstellung der Inhalte wesentlich leichter.

Nachdem diese Kanäle eingerichtet wurden, gilt es diese aktiv zu bespielen und den Austausch zu anderen zu suchen. Der Communityaufbau spielt für die nächsten Schritte eine entscheidende Rolle.

Warum eine starke Personenmarke wichtig ist?

Mit einer großen Community hast du bereits gute Chancen deinen Status als Experte auszubauen. Das kann durch unterschiedliche Möglichkeit bewerkstelligt werden: Fachartikel, E-Books, Whitepaper oder gar Printbücher stärken nachhaltig die eigene Position. Wer zunächst nicht so hoch einsteigen möchte, sollte mit hilfreichen Newslettern und der aktiven Beteiligung an Diskussionen oder Präsentationen die Bindung zur Community verstärken. Letztendlich bietet eine funktionierende Community auch die Möglichkeit für den Verkauf von Produkten und / oder Dienstleistungen.

Durch den Aufbau einer starken Personenmarke wird der eigene Wert am Markt erheblich gesteigert. Wohin der Weg einen führen wird, ob als Anbieter von Online-Kursen oder auch Meinungsführer innerhalb der Branche, Personal Branding macht einen selbst attraktiv für den Arbeitgeber oder die eigenen Kunden.

Faktor Zeit

Nicht zu unterschätzen beim Personal Branding ist jedoch der Faktor Zeit. Denn eine starke Marke lässt sich nicht über Nacht aufbauen. Sie will gepflegt und geschützt werden. Nur so gelingt langfristig der Aufbau. Auch Kostenfaktoren spielen eine Rolle. Wie hoch das Budget aussehen muss, hängt von vielen Faktoren ab. So kann man beispielsweise einen professionellen Berater anheuern, der eine Personal-Branding-Strategie ausarbeitet und umsetzt oder der lediglich berät. Die sparsamste Methode ist sicherlich die selbstständige Umsetzung des Person Brandings, allerdings ist schon eine Menge Know-How gefragt, um eine professionelle Umsetzung auf die Beine zu stellen. Hier sollte man nicht an Weiterbildungsmaßnahmen sparen und sich vorab gut informieren.

Personal Branding kostet Zeit und Geld. Aber der Einsatz lohnt sich. Denn nur so gelingt der Sprung in den Expertenkreis deiner Branche.