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Detox und Panchakarma – mehr als nur Modewörter

Ich stelle mir häufig die folgenden Fragen: sind wir alle eigentlich vergiftet und sind Detox-Kuren wirklich gut für die Gesundheit?

Zwar gibt es viele Berichte und zahlreiche Beispiele, die dafür und auch dagegen sprechen – aber im Grunde keine wissenschaftlichen Studien, die beweisen oder belegen, was eine Entgiftung mit dem Körper macht. Es gilt: gut ist, was gut tut!

Der Detox-Boom schreibt von Giften, die sich als Schlacken in unserem Körpergewebe abspeichern und berichtet von vielen Programmen, womit man diese entfernen und ausscheiden kann. Um welche Schlacken oder Gifte etc. es sich dabei genau handelt, wird leider meist nicht eingehender definiert.

Darüber hinaus zeigt die Praxis nach Beendigung der Wochenkuren mit striktem Plan, dass ein Großteil der Personen meist wieder zum Fastfood greift und sich all die Mühen und Plagen als unwirksam erweisen – das Resultat ist der bekannte Jo-Jo Effekt.

Wenn man sich aber für eine Detoxkur entscheidet, beginnt ein kleines Wunder zu wirken: unser Körper macht im Grunde alles von ganz alleine!
Natürlich ist wichtig zu entscheiden: was lasse ich an meinen Körper beziehungsweise nehme ich zu mir und was lasse ich bewusst weg, um ihn beim Prozess des Entgiftens zu unterstützen?

Ganzheitlicher Detox

Um auch die Nachhaltigkeit zu spüren, die Giftstoffe langsam auszuleiten oder in einem Übermaß gar nicht erst entstehen zu lassen, bedarf es folgender Grundregeln, die ich von meiner Ayurve- dakur mitnehmen durfte:

1. kein Nikotinkonsum
2. kein Alkoholkonsum
3. viel sanfte Bewegung und frische Luft
4. ausreichend Wasser, Tee
5. so wenig Eiweiß, wie möglich
6. ausreichend Schlaf
7. keine Fertigprodukte, regionales frisches Obst und Gemüse
8. weglassen von Gebackenem, Frittiertem, weißem Zucker, weißem Mehl
9. positives Denken, Entspannungstechniken, Yoga, Meditation

Wichtig ist es, das ganzheitliche Detoxen langsam angehen zu lassen, auch wenn es schwierig und mühsam ist, all diese Punkte auf einmal umzusetzen.
Falls auch ihr interessiert seid, kann ich euch für den Einstieg empfehlen, in eurem Wochenablauf ein oder zwei Tage festzulegen und an diesen, die oben genannten Grundregeln zu beachten – auf diese Weise gebt ihr eurem Körper die Möglichkeit, sich selbst zu reinigen.

Meine Erfahrung mit der Panchakarma Ayurveda-Kur unter Beobachtung und Überwachung eines qualifizierten Ayurveda Arztes

Ich selbst war unglaublich interessiert an einem intensiven Wochenfasten und wollte dieses Gefühl, sich wie neu geboren zu fühlen, am eigenen Körper erleben.
Da ich mich schon seit längerer Zeit mit Ayurveda befasse, habe ich mich für die Panchakarma Kur entschieden.

Bei der Panchakarma Kur handelt es sich um ein dreiwöchiges Heilfasten, eine Reinigung von innen nach außen – auf der körperlichen, wie geistigen Ebene in Kombination mit sanftem Yoga und Meditation.
Wir waren eine kleine Gruppe von 8 Personen und verbrachten diese Zeit abgeschieden auf einer spanischen Insel in einer einfachen Finca.

Der Ablauf

Erste Woche: Vorbereitung

Zu Essen gab es nur leichte und basische Kost, jedoch keine tierischen Produkte; die Einhaltung der Grundregeln (siehe Abschnitt ‚Detox‘) war zu berücksichtigen!

Zweite Woche: Reinigung

Zu Beginn des Heilfastens mussten wir uns auf innerer beziehungsweise organischer Ebene reinigen. Das Ausleitungsverfahren über den Magenbereich erfolgte durch das sogenannte therapeutische Erbrechen, genauer gesagt durch die Einnahme von Alaunlösung und Salzwasser.
Es gab keine feste Nahrung, nur Reisschleimsuppe, Kräuterbrühe, Kräutertee und Ingwerwasser. Der Darmbereich wurde mit Einläufen in Form von warmem Kamillentee gereinigt.
Für die Reinigung der Nasen- und Stirnhöhlen wurden jeden Morgen Spülungen mit leichter Salzlösung vorgenommen.
Das Ölziehen und die Zungenreinigung mit Sesamöl war im Vergleich hingegen ein sanftes Ritual. Auch die Hautmassage mit einem Sisalschwamm und der anschließenden kalten Duschen erwies sich bereits nach dem 2. Tag als angenehm und die Haut wurde bemerkenswert gut durchblutet. Außerdem waren die Bauchmassagen und Leberwickel eine angenehme Entspannung.
Es war also alles in allem eine intensive Organreinigung – von innen nach außen.

Das tägliche Yoga Programm war stärkend und balancierend zugleich. Ich erlebte eine intensive Wahrnehmung meines Körpers, vor allem stieg meine Wahrnehmung für Geist und Seele.
Trotz meines leeren Magens, war nach dem dritten Tag kein Hungergefühl mehr zu spüren.
Die Asanas in Verbindung mit Pranayama (Atemtechnik), der Meditation und kleinen Spaziergängen schmückten die Tage aus und erweiterten das Bewusstsein noch mehr.

Alles was in der Vergangenheit war, wurde losgelassen – was im Hier und Jetzt war, wurde achtsam ausgeführt und das Ergebnis dessen war die Handlung in der Zukunft.

Dritte Woche: Aufbauphase

In der dritten Woche nahm ich nach und nach langsam wieder feste Nahrung zu mir, jedoch immer noch keine tierischen Produkte und alles geschah nach wie vor unter Berücksichtigung der oben genannten Grundregeln.

Ich erinnere mich noch gut an die erste Speise: es gab Reis mit Karotten. Aber für mich war es ein himmlisches Essen – meine Geschmacksnerven waren einfach überwältigt!

Mein Fazit:

In meinen Alltag habe ich einige Punkte aus der Kur integriert und weiterhin beibehalten.
Ich praktiziere beispielsweise täglich die Zungenreinigung und trinke auf nüchternen Magen warmes Ingwerwasser.
Meine Yogapraxis begleitet mich ständig durch mein Leben und die Achtsamkeit im Tun und Lassen ist in meinem Bewusstsein manifestiert. Und natürlich möchte ich die Detox Grundregeln nicht außer Acht lassen, die mir einen Detox ohne viel Aufwand das ganze Jahr über ermöglichen, um so auf eine sanfte Weise meinem Körper und meinem Geist die Erholung, Vitalität und Klarheit zu geben.

Ich möchte abschließend dringend anmerken, dass die zweite Woche der Panchakarma-Kur wirklich nur unter Aufsicht zu empfehlen ist, da sie auf jeder Ebene sehr intensiv ist und man oftmals an die eigenen physischen und psychischen Grenzen stößt.

Mein Fazit und meine Resultate nach den Panchakarma Fastenwochen kann ich mit ganz klaren Worten wie folgt festhalten: ein wunderschönes Hautbild, klare strahlende Augen, mehr Vitalität, Leichtigkeit, Erneuerung, sich selbst spüren und sich im eigenen Körper und Geist wiederfinden.

Viel Spaß ihr Lieben!
Namasté
Anita

Photo by Francesca Hotchin on Unsplash