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Nachahmen schadet – Authentizität führt zum Erfolg!

Das ist ein starkes Statement.
Ich fürchte, ich muss mich erklären.

Wenn wir jemanden imitieren, dann gibt uns dies oft Halt und Orientierung. Dagegen ist generell nichts einzuwenden. Denn schon als Kind lernen wir durch Imitation unserer Vorbilder.

Dennoch: Jemanden im Erwachsenenalten zu kopieren bewahrt uns vor der Frage nach dem „Wer bin ich?“ – auch wenn das Kopieren zunächst vielleicht leichter erscheinen und vermeintliche Orientierung geben mag.

Klar, die Antwort auf die Frage nach der eigenen Individualität kann sich ständig ändern. Schließlich entwickeln wir uns in jeder Sekunde weiter. Außerdem wird sie erst dann erfahrbar, wenn wir uns trauen Kontrolle, Gewohnheiten und Belegungen loszulassen.

Und wenn wir es nicht wagen, bezahlen wir einen hohen Preis.
Denn das „nicht man selbst sein“ kostet Kraft und Energie und wir verpassen es, uns selbst zu entdecken.

Ein Beipiel aus meinem Stimmcoaching

Im Gesangsunterricht werde ich von Schülern immer wieder mit der Bitte konfrontiert: Ich will so klingen wie … . Sie setzen alles daran, die Klangfarbe ihres Idols zu (re-)produzieren.

Das Ergebnis: Eine angestrengte Stimme und das Gefühl: „Ich krieg’s nicht hin.“ bzw. „Ich kann das nicht.“. Die Folge: Schüler fühlen sich der Situation ausgeliefert.

Authentizität bedeutet die Aufgabe von Kontrolle

Alte Vorstellungen, bewährte Konzepte und Kontrolle loszulassen und abzugeben macht erstmal Angst. Muss aber sein, denn im Leben der eigenen Individualität liegt der Erfolg,

Warum aber macht die Aufgabe von Kontrolle Angst?

Weil es sich anfühlt, haltlos und nackt zu sein.

Deswegen funktioniert das Loslassen und Abgeben nicht ohne weiteres. Wir brauchen statt des Anstoßes „Lass mal einfach locker!“ eine Form von Halt, Kraft oder Energie. Eine, die irgendwie eine Grund-Kraft ist. Ein Urgrund unseres Seins sozusagen – ein Anker!

Unser Atmen gibt uns Halt und Orientierung – nicht nur beim Stimmtraining

Die Möglichkeit in sich selbst Halt und Orientierung zu finden gibt es. Mit ihr arbeite ich im Stimmtraining ständig. Hier ist es der Atem. Und diese natürliche Ressource, die in jedem von uns steckt, lässt sich auf viele Lebenslagen übertragen.

Denn, wenn wir uns auf unseren Atem besinnen entsteht Ordnung.
Dann besinnen wir uns auf uns selbst. Und im Beispiel des Stimmtrainings finden wir dadurch unsere authentische Stimme – unsere Stimme, in ihrem vollen harmonischen Klang.

Warum?

Sobald wir uns auf unseren Atem besinnen, wird sie beweglich und flexibler – wir können mit ihr spielen, sind ganz bei uns und können uns an unserem Klang erfreuen. In anderen Situationen ist es ähnlich: Besinnen wir uns auf unseren Atem werden wir ruhiger und können achtsam unsere Körpergefühle und Emotionen wahrnehmen.

Nachahmung und ihre verrückten Ideen

Einer meiner Schüler kam einst mit der Frage zu mir, ob ich jemanden wüsste, der ihm die Stimmlippen im Kehlkopf aufspritzen könne. Schließlich würde die Stimme dann tiefer klingen  – dies hätte er bei Erkältungen schon festgestellt. Und nun wolle er wissen,  ob und wo man diese Art von Operation durchführen lassen könne.

Mein Gesicht könnt ihr euch vorstellen. Mein erster Gedanke: die Idee ist wahnsinn! Mein zweiter Gedanke: Jemand würde echt so weit gehen?! Nach dem Motto: Naja, Lippen spritzen wir doch auch auf. (Finde ich ebenso fragwürdig, aber das ist ein anderes Thema.)

Meine Antwort: Nein, das kann man nicht!

Und außerdem war die Stimme des Schülers nur hoch aufgrund seiner flachen Atmung. Es kostete mich einiges an Überzeugungsarbeit, dass er keine Operation benötige, sondern dass achtsames Atmen tatsächlich hilft.

Wie kann atmen helfen?

Zunächst: Unser Atem reagiert auf jedes Gefühl und auf jeden Gedanken.

Einige Beispiele:

  • Wenn wir erschrecken halten wir die Luft an.
  • Wir strengen uns an und schon staut sich unser Atem, um Druck aufzubauen.
  • Oder auch positiv: Wir sind erstaunt und promt weiten sich all unsere Atemräume.

Eine Übung

Denke an etwas, worüber du staunen kannst, oder gestaunt hast. Lass das Erstaunen sich in deinen Körper hineinsetzen.
Merkst du, wie weit alles wird?

Unser Atem als Anker

Unsere Atmung dürfen wir bewusst führen lernen – in ruhiger Weise. Denn in bewusster Atem-Führung liegt das Geheimnis, um unsere eigene Stimme entwickeln zu können und um ganz wir selbst zu sein – dies funktioniert auch hinsichtlich der Stimme unserer Individualität.

Dann beschreiten wir den Weg des „Wer bin ich?“. Das ist in der Arbeitsweise des Integrativen Stimmtrainings das Besondere.

Wir entwickeln unsere Stimme, indem wir ein Wohlgefühl und eine Leichtigkeit entwickeln. Dies gelingt über die Verbindung von Atem und Körper. Und wenn sich etwas gut anfühlt, klingt es auch gut. Nicht nach Adele. NACH UNS. Adele und Co. gibt es eh schon. Die Welt möchte unsere individuelle Farbe hören.

Das folgende Video zeigt eine Übung, um den Atem führen zu lernen:

Zum Video

Möchtest du tiefer ins Thema einsteigen, melde dich für den Workshop vom Atem zu Stimme an.
Samstag, 25.Mai 2019, 10-18 Uhr in Nürnberg in der Königstr. 67

Wenn du an Infomaterial interessiert bist, schreib mir gerne an antje.langnickel@web.de 

Oder ruf mich an unter 01787612406 oder: Schau dir die Details auf der homepage an: www.stimme-nuernberg.de

Es ist der einzige Workshop dieses Jahr! Also schnell sein. Maximal 10 Teilnehmer. Die Kosten betragen € 95,-.

 

Herzlich, Deine Antje

 

 

Photo by Joshua Fuller on Unsplash