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Wer hat an der Uhr gedreht – Spätgebärende in der heißen Phase

Eben noch mit dem Stillen beschäftigt, sehen wir uns plötzlich mit den Wechseljahren konfrontiert. Spätgebärende hüpfen durchaus geradewegs in die Zeit des Klimakteriums.

Kaum sind unsere lieben Kleinen im Kindergarten, machen wir uns Gedanken. Weniger über dort eingesetzte Spielzeuge, sondern darum, wie es denn mal wird, wenn sie in die Pubertät kommen. Wann müssen die Mädels das erste Mal zum Frauenarzt? Wann beginnen wir, die Jungs aufzuklären?

In dieser turbulenten Zeit zwischen Kinderwagen schieben und Aufklärungsarbeit der Teenies vergessen wir Frauen leider oftmals, uns über die Wechseljahre zu informieren. Irgendwie scheint es doch noch so lange hin, denken wir. Wir werden es schon irgendwie merken, wenn es dann wirklich losgeht.

Spätgebärende und die innere Uhr

Die Zeiten, in denen Frauen zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr ihre Kinder zur Welt gebracht haben, sind vorbei. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes gibt es immer mehr Spätgebärende. Im Jahr 2000 bekamen nur 2% der Frauen ihr Kind zwischen 40 und 44 Jahren. 2015 sah das schon deutlich anders aus: hier waren es bereits 4,6%. Auch die Geburtenrate bei den 35-39 jährigen Frauen ist deutlich gestiegen.

Je später wir uns für Kinder entscheiden, umso näher rücken Geburtstermine und die eigene Umstellung des Körpers natürlich zusammen. Früher war die Kinderplanung mit Mitte dreißig oft schon abgeschlossen.

Inzwischen steht bei vielen Frauen erstmal die eigene Karriere im Vordergrund. Kinder sind zwar geplant, aber bitte nicht sofort. Wir sehen uns auch mit vierzig noch durchaus in der Lage, die Kinderplanung anzukurbeln.

Wenn der Körper verrückt spielt

Unsere Generation ist oftmals gerade damit beschäftigt, den eigenen Mädels auf dem Weg in die Pubertät zu helfen, da klopfen die Wechseljahre schon an die Tür. Wir klären die Teenies über die Periode auf, die großen Veränderungen des Körpers und alles, was damit zusammenhängt. Wer hat da schon Zeit, sich um den eigenen Wandel der Weiblichkeit zu kümmern?

Nicht die erste Periode ist nun Thema, sondern die letzte. Wir reden mit den Teenies über die besten Verhütungsmethoden, machen uns aber keine Gedanken darüber, dass in den Wechseljahren das Messen der Temperatur fatale Folgen haben kann.

Vor lauter Krabbelkursen, Baby-Yoga und nachhaltigen Babywindeln haben wir völlig vergessen, uns damit zu beschäftigen, was ansteht, sobald die Kleinen alleine laufen gelernt haben. Gerade hat sich unsere Oberweite vom Stillen erholt, da droht die Erdanziehungskraft, alles wieder erschlaffen zu lassen.

Viele Frauen haben das große Glück, dass sich die Haare in der Schwangerschaft vervielfältigen. Jetzt nicht mehr. Wir sind Dauergast beim Friseur und Sätze wie „die Frisur sitzt“ können wir ab sofort nicht mehr unterschreiben. 

Haben wir die vielen Pfunde, die uns die eine oder andere Schwangerschaft zurückgelassen hat, mühsam abgehungert oder abtrainiert, beschert uns die Hormonumstellung die nächste Gewichtszunahme. Plötzlich entdecken wir Fettpolster an Stellen, von denen wir bisher gar nicht wussten, dass wir sie überhaupt haben.

Unsere Periode spielt uns einen Streich. Vergessen ist der gute alte Zykluskalender, der uns genau sagen konnte, ob wir besser mit oder ohne Tampons in der Tasche das Haus verlassen sollten. Plötzlich und unerwartet siehst du dich in der Toilette deines Lieblingsitalieners sitzen und in den Tiefen deiner Handtasche wühlen. Du hättest schwören können, dass du was dabei hast. 

Die zweite Pubertät – stellen wir uns der Veränderung

Die Wechseljahre bezeichnet man auch gerne als zweite Pubertät, und da ist etwas Wahres dran. Viele von uns eifern leider ihren pubertierenden Teenies nach und können sich gut und gerne mit ihnen messen, wenn es darum geht, wer gerade die größere Zicke ist. Die Hormone treiben eben ihre Spielchen mit uns.

Wenn wir Glück haben, dauert der Spuk nicht allzu lange oder wir bekommen alles nur am Rande mit. Wie bei den pubertierenden Geschöpfen dieser Welt gibt es auch bei Frauen in den Wechseljahren große Unterschiede. Wir sollten uns also nicht allzu verrückt machen und dem Ganzen etwas gelassener entgegensehen.

Kommt gut durch die heiße Zeit. Und hey: unseren Teenies verzeihen wir die schlechte Laune – gleiches Recht für alle, oder?

 

Für Spätgebärende und Frauen in den Wechseljahren gibt es auf den folgenden Seiten wertvolle Ratschläge:

Schwangerschaft: Tipps

Wechseljahre: Verhütung am Ende der Fruchtbarkeit