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Sustainable Switches – 8 Dinge, die du jetzt einfach austauschen kannst, um Plastik zu vermeiden

Willkommen zu unserer neuen Kolumne! Sustainable Sundays – ein Moment für Mindfulness, ein Moment für ein tiefes Durchatmen und Reflektieren, bevor die Woche losgeht und alles rennt.

Hier erfährst du in kurzen Texten, was du alles machen kannst, um deinen Alltag nachhaltiger zu gestalten – nicht kompliziert, nicht teuer, nicht zeitaufwändig. Wir teilen Erfahrungen, Rezepte, Tipps und Tricks, und helfen Dir dabei, einen bewussteren und für dich und deine Umwelt nachhaltigen Lebensstil zu kreieren.

Es gibt nicht „den einen nachhaltigen Lebensstil“ – es gibt viele! Und es muss gar nicht perfekt sein. Mehr als ein oder zwei Menschen, die ohne Ausnahmen #zerowaste leben, braucht es tausende, Millionen Menschen, die mit Ecken und Kanten, Ausnahmen, und Unmöglichkeiten versuchen, nachhaltig zu leben. Es sind die kleinen Schritte, die einen großen Unterschied machen!

Wir beginnen mit den Basics – in diesem Artikel sagen wir dir, welche Produkte du ohne großen Aufwand austauschen kannst, und so weder deinen eigenen Körper, noch den Planeten mit Plastik füllst.

Zur Autorin: Hallo, ich bin Ariane Vera und habe vor 4 Jahren angefangen, meinen Lebensstil nachhaltiger zu gestalten. Seitdem ist viel passiert – ich habe in der Zeit in Irland, Schottland, Deutschland, und Argentinien gelebt und musste mich immer neu umstellen und nochmal von vorne beginnen. Wo bekomme ich welche Produkte? Wo ist der nächste Wochenmarkt und wann findet er statt? Nun, das hat mir eine Menge gezeigt, vor allem, dass es immer möglich ist, nachhaltig zu leben, ganz egal in welchem Land, Umfeld, in welcher Kultur oder Infrastruktur. Inzwischen lebe ich fast komplett #zerowaste in Mexiko und teile unglaublich gerne all das, was ich über einen nachhaltigen Lebensstil gelernt habe – und noch entdecke! Viel Spaß beim Lesen, und schreibt mir gerne Eure Fragen oder Kommentare!

„Sustainable Switches“ – 8 einfache Dinge, die du jetzt austauschen kannst, um Plastik zu vermeiden

Plastik ist nicht nur schlecht für den Planeten, sondern auch für uns. Ich meine, wer möchte schon gerne aufgelöstes Mikroplastik aus der Plastikflasche trinken, ehm, niemand?

Hier kommen die Basics, die so ziemlich keinen Aufwand mit sich bringen, Du musst deinen Lebensstil nicht ändern und auf nichts verzichten – es sind nur einige kleine Dinge, die gleich den ganzen Planten und die Zukunft retten. Woho, wenn das mal keine Motivation ist…?!

1 Einkaufstüten

Fast schon lame, weil, zu oft gehört, und auch wirklich nicht kompliziert. Nehme ich meine Stofftaschen mit, sind es schon gleich mindestens 5 Plastiktüten beim Wocheneinkauf weniger, die ein Wal in seinem Magen haben kann. Fußnote: nehmt die Stofftaschen, die ihr schon habt und kauft nur neue, wenn ihr sie wirklich braucht. Neue Stofftaschen herzustellen benötigt ebenso Ressourcen und hinterlässt so einen ökologische Fußabdruck. Statistiken zeigen, dass eine Stofftasche aus organischer Baumwolle mindestens 145 Mal benutzt werden müsste, um mit der Herstellung einer Plastiktüte mithalten zu können. (https://ourworldindata.org/faq-on-plastics#can-we-use-biodegradable-plastic-instead) Das Gute ist  – eine Baumwolltasche kann sogar weitaus öfter benutzt werden – und landet nicht im Ozean, wo sie bis zu 20 Jahre lang (https://www.zeit.de/2015/26/plastikmuell-nordsee-recycling-umweltschutz/komplettansicht) im Meer schwimmt. Das Problem: sie zerfällt nur in kleine Stücke, das „Mikroplastik“ aber verschwindet nicht einfach so.

Ich habe eine Stofftasche in meiner Handtasche und in meinem Rucksack, falls ich unterwegs spontan etwas einkaufe. (Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber als ich in Deutschland gelebt habe, ist mir immer etwas eingefallen, was ich brauche, sobald ich am dm vorbeigelaufen bin…natürlich unter dem Vorsatz, auch wirklich nur das mitzunehmen, was ich tatsächlich benutzen werde.)

Pro-Level: Die Netztaschen für Obst und Gemüse, um die abreissbaren Plastiktüten im Supermarkt zu vermeiden. Share kindness, not Plastic <3

2 Plastikbecher

Alle wollen Kaffee, niemand möchte einen Ozean aus Plastik.

In Deutschland werden stündlich 320.000 Kaffeebecher weggeworfen. (https://www.duh.de/becherheld-problem/) Ja, richtig gelesen, da war keine Null zu viel. Dreihundertzwanzigtausend. Stündlich. Muss das sein? Nein. Falls ihr noch keinen habt – investiert in einen Becher, den ihr wider verwendet könnt und über alles lieben werdet. Glaubt mir, ihr werdet ihn über alles lieben, denn er wird euer treuer Begleiter auf Reisen, zum Büro, vom Büro, beim Spazierengehen, und auch sonst bei allem sein. Ich habe, unabhängig voneinander, kurz hintereinander vier wiederverwendbare Kaffeebecher geschenkt bekommen. So schnell geht das, wenn man sagt, man möchte nachhaltig leben. (Im besten Falle müsst ihr also gar nicht selbst investieren….) Einen habe ich weitergegeben, eine trage ich im Rucksack, einen habe ich ins Auto gepackt, und den letzten habe ich zuhause – manchmal treffe ich mich zum Kaffee und wir schlendern durch die Stadt, für solche Fälle kommt ein Notfallbecher gerade gut.

Tipp: es gibt Kaffebecher, deren Cover ihr selbst gestalten könnt. So habt ihr über die Jahre hinweg Abwechslung. Auch: holt euren Becher am besten vor Ort, das spart unnötige Verpackung bei Online-Zusendungen. Inzwischen gibt es sie sogar auch in Buchläden!

3 Schampoo & Seife

Pippifax, würde meine Mutter sagen, anstelle Flüssigseife lieber das Seifenstück, anstelle des Shampoos aus der Flasche, lieber das solide Shampoo. Am meisten überzeugt hat mich vor allem das Etikett: beim Shampoo aus der Flasche steht mein gesamtes Chemiewissen aus der 8.Klasse drauf, beim Shampoostück genau vier Dinge. Das hat mich zum Denken gebracht: was gebe ich eigentlich meinem Körper? Ein Shampoostück hält bei mir bei fast täglicher Nutzung (ich gehe Schwimmen und hab nicht so gerne das Chlor anschließend in den Haaren … ) ganze vier Monate. Meine Haare fühlen sich gesünder an, als zu vor. Die Frage, ob ich wieder zurück zur Shampooflasche wechseln würde, lässt sich schnell beantworten: niemals.

Auch Deo lässt sich selbstganz einfach  herstellen. Wie, erfährst du hier.

4 Strohhalme

Täglich werden etwa 3 Milliarden Strohhalme aus Plastik weggeschmissen. (http://www.sozialeverantwortung.info/umweltschutz/ueber-den-plastikstrohhalm-als-sinnbild-der-plastikmuell-problematik) Bitte was? Ein Produkt, das kaum 1 g wiegt, verursacht Unmengen an Müll. Alternative, die nebenbei noch viel besser aussieht: Strohhalme aus Glas oder aus Stahl. Auch die habe ich immer in der Tasche und trage sie auch sehr gerne, sehr stolz, seht gut sichtbar für alle, spazieren. Was mir immer noch schwer fällt: Der urteilende Blick, wenn am Tisch trotzdem noch Plastikstrohhalme landen. Den muss ich mir noch aus dem Gesicht schmieren, und anstatt dessen am besten einfach selbst wiederverwendbare Strohhalme verteilen.

Best of Fail: Ich habe daran gedacht, meine Orangenschorle „ohne Strohhalm bitte“ zu bestellen, und mir wurde dann mein Orangensaft mit Eiswürfeln in einem Plastikbecher mit Plastikstäbchen zum Umrühren an den Tisch gebracht. Eh … in Zukunft dann doch etwas wie: „Orangenschorle in einem Glas (aus Glas) und ohne Umrührstäbchen oder sonstigem Plastik, dankeschön.“ Verrückt, die Welt.

5 Becher

Manchmal habe ich keine Lust, auszugehen, weil ich schon jetzt weiß, dass ich von einem Meer aus roten Plastikbechern umgeben sein werde. Ich habe mein Ball-Mason-Jar mit in die Handtasche genommen (gerade groß genug für Glas, Geldbeutel, Schminkzeug…), und einfach daraus getrunken. Als kein großer Alkoholfan habe ich dennoch gelernt, gelegentlich ist es besser, Bier oder Tequila zu bestellen, um das Wasser, ausschließlich in Plastikflaschen serviert, zu umgehen. Beim zweiten Mal schon hatte ich mehrere Gläser dabei und die am Tisch verteilt. Wie gesagt, man lernt mit der Zeit. Und auch die komischen Blicke verschwinden irgendwann ganz von selbst. (Oder vielleicht habe ich auch nur aufgehört, auf sie zu achten…?)

6 Bambus – Zahnbürste

Kurz und knapp: Funktioniert genau so, aber sieht schöner aus. Schon überzeugt. Hält übrigens genau so lang, wie eine Plastikzahnbürste, und macht einiges mit. Ich habe sie nur nach einem Langstreckenflug früher entsorgt, weil sie mir knallhart, vor dem Zähneputzen, am Flughafen in Houston auf dem Klo auf den Boden gefallen ist. Held(innen)tat. Eine Plastikzahnbürste hätte ich aber in diesem Fall auch nicht länger behalten, ne?

Langstreckenflüge sind, ich weiß, alles andere als nachhaltig. Irgendwie aber musste ich nach Mexiko kommen. Ich hatte mein eigenes Besteck, eigene Snacks, und meine eigene Decke mit im Handgepäck, um auf das Plastik im Flieger zu verzichten.

7 Trinkflasche

Ich liebe meine Trinkflasche aus Edelstahl und ich gehe nie ohne sie aus dem Haus. Bevor ich sie ausgesucht habe, hatte ich im Kopf: Nimm eine schöne, sie wird dein ganzes Leben halten. Und tja, da hab ich doch tatsächlich eine schöne Flasche gefunden. Das beste – sie hat eine doppelte Wand und hält somit heiße und kalte Getränke bis zu 12 Stunden auf ihrer Temperatur. Wirklich, ich habe sie sogar einmal mit in die Sauna genommen und hatte dort eiskaltes Wasser. Ob das so gesund ist, keine Ahnung, jedenfalls weiß ich, dass ich kein Plastik mittrinke, wenn ich aus meiner Flasche trinke. Warnung- ihr werdet sie so sehr lieben, dass ihr vor Stolz kaum anders könnt, als allen davon zu erzählen. 😉 Auch hier gilt: wenn ihr schon eine habt, dann nehmt die. Wenn nicht, dann kauft sie vor Ort, anstatt sie online, womöglich noch aus einem anderen Land, zu bestellen. Das wäre nur unnötiges Plastik bei der Verpackung, und auch unnötige Emissionen beim Shipping. Ihr findet sie eigentlich so gut wie in jedem Sportladen!

8 Tupperboxen

Wenn im Restaurant die Portionen mal wieder so groß sind, dass Shreck daran satt geworden wäre – fragt, ob ihr sie in die mitgebrachten Tupperboxen mit nach Hause nehmen könnt. Damit stoppt ihr #Foodwaste, und gleichzeitig das Plastik und die Aluminiumfolie, in das es sonst eingepackt worden wäre. Ich habe schon erlebt, dass um meine Tupperbox Aluminiumfolie gewickelt wurde … da wusste ich mir dann auch nicht mehr zu helfen. Ich habe die Alufolie zuhause einfach wiederverwendet. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache, und ich habe mir angewöhnt, zu sagen: Einfach so in der Tupperbox, vielen Dank.

Habt ihr noch weitere Tipps und Tricks, wir ihr ganz leicht im Alltag Plastik umgehen und den Planeten etwas sauberer lassen könnt? Dann teilt sie mit uns! Wir freuen uns über eure Kommentare.