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Nachhaltige Rezepte – wie du pflanzliche Milch ganz einfach selber machen kannst

Pflanzliche Milch immer nachhaltiger?

Die Zahlen zeigen es – mit Kuhmilch werden wir nicht unbedingt zu Klimaheld*innen. Kuhmilch ist Spitzenreiterin in der Nutzung von Land, dem Verbrauch von Wasser und bei den durch die Produktion entstandenen Emissionen. 

Das ist nicht unbedingt ein Kompliment an die Kuhmilch. Was können wir tun? Keine Frage, von heute auf morgen auf pflanzliche Milch umzuschalten, wenn wir das ganze Leben lang Kuhmilch getrunken haben, ist nicht so einfach. Ich habe jahrelang mein Müsli in der Kindheit mit Kuhmilch serviert bekommen und erst im Studium gemerkt, dass es auch Alternativen gibt – die mir sogar besser geschmeckt haben. Ich habe mit dem Schluck Milch im Kaffee angefangen, habe mich zum Backen vorgearbeitet, zum Kochen, zum  … inzwischen trinke ich keine Kuhmilch mehr. Sie schmeckt mir einfach nicht mehr.

Aber, Hand aufs Herz. Wir sprechen die ganze Zeit davon, dass pflanzliche Milch so viel besser ist, als Kuhmilch – und landen dann doch bei der teuren Mandelmilch im Tetrapack aus dem Supermarkt. Nicht alles am Tetrapack wird recycelt, und schlussendlich ist es nur ein weiteres Stück Müll, das umgangen werden kann. Der Tetrapack war für mich keine Alternative – Kuhmilch aber auch nicht,  und so habe ich mich weiter auf die Suche gemacht. 

Nein zum Tetrapack

Milch leer, Tetrapack im Müll. Ja, es ist schwer, alles richtig zu machen – bis jetzt ist unsere „moderne“ Umwelt leider noch nicht darauf ausgerichtet, Plastik und Verpackungen zu vermeiden. Wer nachhaltig leben will, muss meist den Umweg suchen. Das heißt aber nicht, dass dieser immer schlechter ist – ganz im Gegenteil, der Umweg ist meist nicht nur gesünder für den Planeten, sondern auch für uns selbst. 

Der Nachteil an in Tetrapacks verkauften pflanzlichen Milchsorten ist nicht nur der Tetrapack an sich, es sind  auch die Zusatzstoffe – von Palmöl, über Konservierungsstoffe, bis hin zu Zucker, kann je nach Marke alles mit drin sein. Weniger schmackhaft.

Ein weiterer Nachteil – der geringe Anteil an eigentlichem Inhalt verglichen mit dem Wassergehalt in einem Liter.  Ich habe die Inhaltsangabe unter die Lupe genommen und etwas recherchiert. Wusstet ihr, dass in einer Mandelmilch bis zu zwei Mandeln enthalten  sein können  … das ist nicht gerade viel, oder? Erst recht deshalb ist der hohe Preis, meiner Meinung nach, nicht gerechtfertigt.

Ja zur hausgemachten Milch!

Eine Alternative musste her! Ich habe sie gefunden, und nicht zuletzt dann besonders geschätzt, als ich alleine gewohnt habe.

Nicht nur war mir der Gang zum Supermarkt oder dem Drogeriemarkt einfach zu viel, wenn man gerade nach einem langen Tag zuhause angekommen war – es ist mir auch oft passiert, dass ich keinen gesamten Tetrapack aufbrauchen konnte, bevor die Milch schlecht geworden ist. Das war nicht nur schade, sondern auch irgendwann zu teuer. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich gelernt habe, meine eigene, pflanzliche Milch herzustellen.

Hausgemachte pflanzliche Milch erlaubt, nur die Menge zu machen, die man in einer Woche verbraucht. So umgeht man gleichzeitig die Lebensmittelverschwendung. Und – ihr könnt den Prozentanteil der Inhaltes selbst bestimmen, das heißt, je nach eigenen Vorlieben, so viele Nüsse / Getreide verwenden, wie ihr möchtet – und dabei außerdem komplett auf allerlei Zusatzstoffe verzichten.

Weil man nicht viele Zutaten braucht, kann man es sehr spontan und überall ausprobieren.  Ihr benötigt lediglich Nüsse/Getreide und Wasser.

Ich bin keine große Köchin – aber ich kann euch garantieren, dieses Rezept ist tatsächlich sehr leicht, geht schnell, und hinterlässt kein komplettes Küchenchaos.

Das Rezept

Ihr braucht

  • Topf
  • Mixer (Smoothie-Maker o. Ä.)
  • Sieb bzw. French Press
  • Wasser
  • Nüsse bzw. Hafer

Je nach Vorlieben könnt ihr aussuchen, ob ihr Nüsse (Mandeln, Cashew, Haselnuss, Kokosnuss) oder Getreide (Hafer, Reis) verwendet.

Wenn ihr euch für die  Nüsse entscheidet, lasst sie vorher eine Nacht im Kühlschrank in einem Glas Wasser aufweichen. Ich nehme je nach Sorte meist etwa 8 – 12 Nüsse auf 0,75 l Wasser.

Für die Hafermilch kocht ihr lediglich die Haferflocken einige Minuten im Kochtopf auf. Hier nehme ich meist etwas 20-30 Gramm auf 0,75 l Wasser. Für Reismilch gilt ähnliches – vorher den Reis aufkochen.

  • Nüsse / Getreide mit der gewünschten Wassermenge für einige Sekunden in den Smoothie – Maker geben 
  • Den Mix aus Nüssen / Getreide und Wasser durch ein Sieb geben. Ihr könnt ebenso einen sogenannten „Milk – Bag“ nehmen (kauft keinen neuen, wenn ihr ihn nicht schon habt), oder einfach ein Geschirrtuch – das Prinzip ist das gleiche. Am einfachsten geht es mit einer French Press – richtig, genau der, die ihr auch für den Kaffee nehmt! Anstelle die Kaffeebohnen vom Rest zu trennen, trennt ihr nun die Nüsse / Getreide vom Rest; übrig bleibt die pflanzliche Milch
  • Die „Milch“ in einen Behälter geben – bevorzugt aus Glas – und innerhalb der nächsten drei bis vier Tagen aufbrauchen

Zeitaufwand: 10 Minuten

Fertig!

Ich habe es selbst lernen müsst – es geht es schneller, Hafermilch zu machen, als zum nächsten Supermarkt zu laufen, und dort Milch zu kaufen….

Was meint ihr? Habt ihr Lust, das Rezept auch einmal auszuprobieren? Oder habt ihr das Rezept bereits ausprobiert? Ich freue mich zu hören, wie es geklappt hat!

Wenn ihr eure Erfahrungen teilen möchtet, oder weitere Fragen habt, schreibt mir gerne!

Ganz liebe Grüße,

Ariane