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Her mit dem Respekt! – Patrizias Teeologie #11

Das mit dem Respekt ist so eine Sache. Natürlich sollte man den haben. Oder zumindest zeigen. Mit anderen respektvoll umgehen und sich selbst gegenüber Respekt zollen. Aber was, wenn man den Respekt vor jemand anderem verliert? Was, wenn dich jemand respektlos angeht? Hältst du etwa die zweite Wange hin oder packst du den Proll raus und sagst der Respektlosigkeit in Person erst mal bescheid? Ich bin sicher, karma-mässig kommt ohnehin alles zu uns zurück, von daher lass ich den Proll Proll sein und übe mich in respektvoller Zurückhaltung.

Die Betonung liegt auf ÜBEN

Denn selbstverständlich ist es mal wieder nicht ganz so einfach. Wenn jemand mich unfair behandelt, expoldiert innerlich etwas in mir und die wutentbrannte Lava, die der himmelschreienden Ungerechtigkeit entgegengeschleudert werden will, ist nicht ganz so leicht zurückzuhalten. Beziehungsweise nicht so leicht runterzukühlen, wenn man keine inneren Verbrennungen erleiden möchte.

Ich möchte das nicht

Aber ich möchte auch nicht mein respektloses Gegenüber spiegeln. Ein Mensch, dessen Blick verstellt oder sagen wir mal falsch eingestellt ist, wird ohnehin nicht klar sehen. Die Überzeugungsarbeit kann ich mir an dieser Stelle sparen. Die Frage ist, ob ich gewillt bin der Respektlosigkeit ebenso mit Respektlosigkeit zu begegnen oder sie womöglich sogar zu akzeptieren.

Halt, Stop – hier ist die Grenze

Da es wie so oft mehr gibt als nur ein entweder-oder, entscheide ich mich für „Halt, stop, ich möchte das nicht“. (Hab ich übrigens von meinen Kindern gelernt, und da mein Gegenüber grade nicht bei den Fakten bleibt, über-emotional wird und gradezu kindische Moves an den Tag legt, entscheide ich mich dafür). Manchmal ist es nötig, klar und deutlich eine Grenze aufzuzeigen, weil andere sie nicht wahrnehmen oder schlichtweg nicht respektieren.

Respekt hat damit zu tun, Grenzen anzuerkennen

Und Grenzen, wie ich in einem aktuellen Ausstellungsprojekt gelernt habe, sind oft un-sichtbar. Sie sind aber spürbar. Zumindest wenn man Antennen dafür hat. Ignoriert man die Grenzen, die unausgesprochen, aber spürbar existieren, und benimmt sich wie die Axt im Wald, kann das Krieg bedeuten. Dann schießt der oder die andere zurück. Übertritt ebenfalls die Grenze und geht in die Defensive. Und dann geht das immer so weiter. Wir alle kennen das Spiel. Schlechte Idee.

Mein Tipp für mehr Respekt für dich und mich:

Grenzen klar aufzuzeigen, ist Respekt vor sich selbst. Und sich selbst zu respektieren, so wie man ist, ist die beste Grundlage um auch anderen Respekt zollen zu können. Du kannst sehr wohl erwarten, dass dir andere respektvoll begegnen – aber es wird nicht immer der Fall sein. Doch bloß, weil die anderen Respekt erst noch üben müssen, musst du dich nicht angegriffen fühlen. Das Unvermögen anderer ist eine Schwäche, der du mit deiner eigenen Stärke begegnen kannst. Diese Welt braucht Vorbilder, von denen sie lernen kann – fang an eines zu sein!

Also, bis nächste Woche – cool bleiben und Tee trinken!

Patrizia´s Teeologien sind inspiriert von Teebeutel-Weisheiten und übersetzen diese ins wahre Leben: Was will der Teebeutel mir sagen? Ist das auf dem Teebeutel mehr als nur ein belangloser Spruch? Wird mich das Trinken genau dieses Tees mit zunehmender Lebensweisheit belohnen?

Diese Woche: „Lebe mit Respekt vor dir selbst und anderen.“

 

 

 


Photo by Arthur Yeti on Unsplash