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Weniger Plastik im Badezimmer – wie du Deo selbst herstellen kannst

Im Badezimmer befindet sich einfach unglaublich viel Plastik. Sehen wir uns einmal um: Seifenspender, Haarkuren, Gesichtsmasken, Zahnseide, Make-Up, Nagellackentferner … und, und, und.  Alles auf einmal zu ersetzen ist schwer – muss aber auch nicht sein. Was zählt, sind die kleinen Schritte. Aber wo fängt man an?

Aufbrauchen, was da ist

Als ich angefing, mein Badezimmer plastikfrei zu gestalten, brauchte ich zunächst auf, was ich schon hatte. Das dauerte eine Weile! Fast ein Jahr konnte ich ohne Nachkaufen auskommen, bis wirklich alles an Plastikverpackungen weg war. Währenddessen tauschte ich bereits einige Dinge aus: Seifenstück anstatt Seifenspender, Shampoo-Stück anstatt Shampoo aus der Plastikflasche. Etwas, was mir am meisten Freude brachte, war die plastikfreie Alternative für das Deodorant.

Der Deo-Dschungel

Um ehrlich zu sein, war meine Beziehung zu Deodorant schon immer etwas „Status kompliziert“. Mal wirkte das eine, mal das andere – oder auch nicht. Mal war es dieses, das ich super fand, mal jenes. Schon relativ früh verzichtete ich auf das Spray aus der Dose, weil es umweltverschmutzend ist und habe also immer zum Roll-On oder Stick gegriffen. Die kommen allerdings meist in einer Plastikverpackung. Dann also das Spray aus der Glasflasche . Das war gut, solange es im Badezimmer stand, sobald ich es unterwegs in der Handtasche rumschleppen musste, war ich kein großer Fan mehr davon. So richtig gewirkt hatte keines.

Außen hui, innen pfui

Das Design der Deos verspricht allerlei: wohliger Vanilleduft, Frische beim Sport, Sommergefühle. Wir kennen sie alle. Beim Blick auf die Inhaltsstoffe allerdings, endet das Wohlfühlen. Ein übliches Deodorant besteht aus sämtlichen Chemikalien, die weder für die Umwelt, noch für die eigenen Haut sehr gesund sind. Auch den Duft fand ich weniger angenehm und eher störend. Er erinnerte mehr an Chemie, als an „natürliche Frische“.  Muss das sein? Ich suchte nach einer Alternative. Zwar fand ich einige einfacher gehaltene und hautfreundlichere Produkte, die meist aber um einiges teurer waren und auch nicht immer besser funktionierten. Was war die Lösung?

Deodorant selbst herstellen

Nie bin ich wirklich glücklich mit einem Deo gewesen – außer mit jenem, das ich heute aus zwei bis drei natürlichen Inhaltsstoffen selbst herstelle. Kein Deodorant hatte bisher so gut gewirkt wie dieses. Es ist günstig, es ist frei von künstlichen Inhaltsstoffen , es ist umweltfreundlich und obendrein gesund für den eigenen Körper.(Entschuldigt, wenn ich auf ein Thema zugreife, bei dem wir eher die Nase rümpfen.) Es war, als hätte sich mein Körper bei mir bedankt, dass ich ihm keine Chemikalien mehr gab – ich schwitzte plötzlich weniger und der Schweißgeruch neutralisierte sich fast komplett. Der Körper ist ein Wunderwerk. Je weniger wir allerlei Cremes und Kuren benutzen, die „helfen“ sollen, desto mehr bleibt er im eigenen, natürlichen Rhythmus.

Das Rezept

Ihr braucht

  • Kokosöl
  • Backpulver
  • ätherische Öle

Ich nehme meist zwei bis drei Esslöffel Kokosöl auf einen Esslöffel Backpulver. Diese Mischung aus gerade mal zwei Inhaltsstoffen ist bereits ausreichend. Je nachdem, wie ihr es bevorzugt, könnt ihr  zum Beispiel noch Minzöl hinzufügen. Ein Tipp für ätherische Ölen – nicht bei der Menge verschätzen, einige wenige Tropfen sind bereits ausreichend!

Als Behälter für euer eigenes Deodorant könnt ihr zum Beispiel ein kleines, wiederverwendbares Glas mit Schraubdeckel benutzen. Wenn ihr viel unterwegs seid, könnt ihr auch nach einem wiederverwertetem Behälter aus einem leichteren Material Ausschau halten. Ich habe eine Glasflasche für das Deodorant daheim, zum Sport nehme ich eine Dose, die früher einmal eine Haarkur beinhaltete. Auch darauf habe ich übrigens inzwischen verzichtet – mit reinem Kokosöl sind meine Haare gesünder, als mit jeglichen Haarkuren.

Ein Tipp für das Kokosöl – bei Raumtemperaturen bleibt es schön flüssig, behaltet das im Hinterkopf, wenn ihr einen Behälter aussucht. Nicht, dass es euch in der Tasche ausläuft.

Achtet darauf, dass er auch wirklich dicht ist. Kokosöl gibt es übrigens auch fair gehandelt, so kann man die Welt schon beim Kauf von Kokosöl ein kleines Stückchen achtsamer machen.

Schon probiert…?

Habt ihr bereits ausprobiert, das Deodorant aus dem Plastik- oder Aluminiumbehälter zu ersetzen? Am Anfang mag es vielleicht seltsam erscheinen, weil wir es gewohnt sind, die Produkte aus dem Supermarkt zu benutzen. Ich war sehr skeptisch, als ich das erste Mal das Deo herstellte – und bereits nach einem Tag überzeugt. Ich würde es nicht mehr austauschen. Ich benutze es inzwischen seit einem Jahr, hatte es auf allerlei Reisen mit dabei und freue mich jedes Mal, wenn es plötzlich ausgeht und ich es ganz leicht und schnell wieder nachfüllen kann.

Ihr habt Fragen? Oder möchtet ihr gerne euren eigenen Erfahrungen teilen? Dann schreibt mir, oder teilt eure Gedanken in den Kommentaren mit der Community.  Ich freue mich von Euch zu hören!

Ganz liebe Grüße, eure Ariane