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Ein Lob auf das Lob – Patrizias Teeologie No. 13

Lob an mich: Ich bin 30 Minuten vor Abfahrt meines Zuges nach Frankfurt Flughafen am Bahnhof. Aber – mein Zug fällt aus! Ersatzlos. Panik. Wird der so oft geträumte Albtraum heute wahr? Verpasse ich den Flieger? Ich wollte diese Reise ohnehin nicht so gerne antreten. Wenn ich ehrlich bin: überhaupt nicht! Seit Tagen geplagt von der Frage, wie ich elegant wieder aus der Nummer rauskomme ans andere Ende der Welt zu fliegen, gepaart mit Zweifeln an meinem Talent englisch zu sprechen, haben sich meine Sorgen in steinharten Nackenverspannungen manifestiert. Und jetzt das noch. Was will mir das Universum eigentlich damit sagen?

Halb voll oder halb leer

Ich habe wie immer diverse Möglichkeiten mit der Situation umzugehen. Da haben wir zum einen das halb volle und halb leere Glas. Nachdem ich mir ausgiebig das halb leere angesehen und es fast leergetrunken habe, wende ich mich dem vollen zu. Pragmatisch versuche ich mich selbst von den Vorteilen oder positiven Zugewinnen der Reise zu überzeugen.

Der liebevolle Blick von Außen

Es gibt auch noch die Perspektive von Außen. Auch wenn ich überzeugt davon bin, dass man letztendlich selbst durch den ganzen Quark durch muss, gibt es eine Menge an Erkenntnissen die man von Außen gewinnen kann. Die Gespräche mit Freunden, Aufmunterung, Ermutigung, offene Geständnisse mit welch liebevollen und bewundernden Augen man gesehen wird, die fast schon zu Liebesbekundungen werden
– man sollte sie ehrlich gesagt viel öfter aussprechen.

Mehr Lob für Alle!

Der Mann einer sehr guten Freundin meinte letztens, dass die deutsche Unternehmenskultur das Lob verlernt hat. Sie sei geprägt von Kritik und Fehlersuche. Und das ist wirklich bedauernswert. Aber so lernen wir es, spätestens in der Schule. In Klassenarbeiten werden die Fehler gesucht und benotet, nicht die eigentliche Leistung, nicht das was du gut und richtig gemacht hast. Und diesen Blick auf die Dinge nehmen wir mit während wir erwachsen werden. Kein Wunder, ist auch im Berufsleben scheinbar unsere Hauptaufgabe Mängel zu erkennen und zu benennen. Dafür bekommen wir dann vielleicht auch Lob vom Chef!

Mein Tipp für ein lobenswertes Leben:

Üben, üben, üben. Und zwar den eigenen Blick zu schärfen auf das Positive, das Gute, das Schöne. Sprecht über das was euch begeistert. Gebt dem Guten mehr Raum auf dieser Welt und ein größeres Gewicht. Verbreitet bestärkende Worte und macht euch selbst glücklich. Probiert es direkt mal aus, loben gibt nicht nur dem anderen ein unglaublich gutes Gefühl.

Und ja, Nietzsche hat Recht damit, dass wir sehr egozentrische Wesen sind und Mitgefühl im Grunde auch nur uns selbst ein gutes Gefühl bringen soll. Aber hey, wenn es uns allen damit besser geht, dann sollten wir es exzessiv betreiben!

Also, bis nächste Woche – loben und Tee trinken!

Patrizias Teeologien sind inspiriert von Teebeutel-Weisheiten und übersetzen diese ins wahre Leben: Was will der Teebeutel mir sagen? Ist das auf dem Teebeutel mehr als nur ein belangloser Spruch? Wird mich das Trinken genau dieses Tees mit zunehmender Lebensweisheit belohnen?

Diese Woche: „Ein ernstes Gesicht hilft nicht, um vernünftig zu handeln.“