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Der Mensch ist mehr als eine Zahl – Patrizias Teeologie No. 14

Ich bin eine Zahl. Ein Datensatz. Ich bin eine Identifikationsnummer, eine Steuernummer, eine Auftragsnummer und eine Ausweisnummer. Hinter meinen Zahlen stecken noch mehr Zahlen. Und dank dieser Zahlen bin ich leicht zu analysieren. Wenn ich aber mithilfe all dieser Zahlen bewertet werde, macht sich dann noch jemand die Mühe, sich in mich hineinzufühlen? Wo es doch viel einfacher ist nach dem Motto die Guten ins Töpfchen die Schlechten ins Kröpfchen auszusortieren…

Emotionale Analphabeten

Louis Lewitan schreibt in seinem Artikel in der Zeit („Emotionale Analphabeten“, 16. Mai 2019) über die heutigen Führungskräfte:

„Ihnen fehlt es weder an Fachkompetenz noch an analytischem und technologischem Sachverstand. Es mangelt ihnen am Psychologischen im Denken, an der Weite im Herzen, an der Klarheit im Handeln.“

Standardisierte Automaten

In Zeiten wo immer noch mehr automatisiert und standardisiert wird, selbst die Individualität zu einem erschwinglichen Konsumobjekt verkommt, scheint Empathie eine verkümmerte Fähigkeit zu sein. Das Interesse am Mitarbeitenden dient ausschließlich einem Zweck und nach sozio-emotionaler Intelligenz sucht man vergebens.

Gefühlvolle Konfliktlösung

Dabei ist es vorallem Empathie, die es uns ermöglicht zusammen unter Druck zu arbeiten. Unsere Fähigkeit die eigenen Gefühle zu steuern um im Team Konflikte zu lösen. Zwischenmenschliche Konflikte lassen sich nicht mit Alogrithmen lösen. Künstliche Intelligenz hat keine emotionale Intelligenz, allenfalls vorgetäuschte. Emojis ersetzen kein Mitgefühl. Am Ende müssen wir doch mit anderen in Kontakt treten. Und dafür womöglich zunächst mit uns selbst im Kontakt mit uns sein.

Zweckmässiges Menschsein

Ich bin nicht nur eine Zahl. Ich bin nicht nur ein Datensatz, eine Identifikationsnummer oder sonst irgendeine Nummer. Ich bin auch nicht Mittel zum Zweck sondern ein Mensch. Mit Gefühlen. Gefühle die respektiert werden wollen und Gefühle mit denen ich in der Lage bin andere zu respektieren. Wenn uns das verloren geht, geben wir Mobbing und der reinen Zweckmässigkeit des Menschen freie Bahn.

Zukunftsfähige Unternehmen

Sozio-emotionale Intelligenz, hört sich komplizierter an als sie an sich ist: sich für andere einsetzen, Mobbing nicht zulassen, Mobbing verurteilen, keine Opfer sondern vorallem Täter sehen und verurteilen, das zeichnet Menschen aus die man als sozio-emotional intelligent bezeichnet. Und die braucht es (nicht nur) in Führungspositionen, damit ein Unternehmen menschenfreundlich und zukunftsfähig agiert.

Mein Tipp für ein empatisches Füreinander:

Wenn dir was nicht ganz koscher vorkommt, respektloses Verhalten (selbst vom Ranghöchsten) an den Tag gelegt wird oder einfach mal wieder über Nicht-anwesende hergezogen wird: unterbinde es. Mach den Mund auf. Sprich aus, dass es schlichtweg ungehörig ist. Mach den ersten Schritt die Haltung und Moral aufrecht zu halten. Sei ein Vorbild für andere – so durchbricht man Teufelskreise und setzt neue Standards!

Also, bis nächste Woche – Sudokus machen und Tee trinken!

Patrizias Teeologien sind inspiriert von Teebeutel-Weisheiten und übersetzen diese ins wahre Leben: Was will der Teebeutel mir sagen? Ist das auf dem Teebeutel mehr als nur ein belangloser Spruch? Wird mich das Trinken genau dieses Tees mit zunehmender Lebensweisheit belohnen?

Diese Woche: „Laßt uns nicht nur miteinander, sondern füreinander leben.“