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Vertrauen – und warum in sich selbst zu ruhen eine gewaltigste Macht ist – Patrizias Teeologie No. 15

Gestern gab es Tränen. Zickentrerrorsituation in der Schule. Getuschel. Paarbildung. Machtspiele. Die sind alle nicht älter als zehn, aber ich erinnere mich, dass der Einsatz psychologischer Kriegsführung schon im Kindergarten beginnt. Wie eng hängen Macht und Vertrauen zusammen? Die Antwort ist: Es ist ein schmaler Grat! Gehört es unbedingt zur Suche nach Vertrauen die Erfahrung zu machen, nicht allen über den Weg trauen zu können? Die Antwort ist: leider ja!

Manche Erfahrungen, muss man tatsächlich selbst machen

Vertrauen aufzubauen braucht Zeit. Es braucht verbindende Momente und bedingungslose Offenheit. Bei Vertrauen geht es schliesslich auch darum, eigene Machtansprüche beiseite zu schieben. Meine Tochter macht das im Grunde schon ganz gut. Mit einem saloppen „schon ok“ entzieht sie sich. Es ist der zarte Versuch sich selbst zu genügen, ohne zu wissen wer man genau ist.

Sich selbst genug sein und trotzdem dazugehören

Auf der Suche nach sich selbst, spielt die Gruppenzugehörigkeit irgendwie eine nicht unbedeutende Rolle. Denn sie gibt Bestätigung. Man muss erst mal dazugehören, damit man am Ende selbst entscheidet, nicht dazugehören zu wollen. Das ist übrigens keine Frage des Alters, aber diese Information war dann weniger tröstlich für eine Grundschülerin, die das ganze Leben noch vor sich hat.

Harmoniesucht und von allen geliebt werden wollen

Nicht unbedingt überall dazuzugehören bedeutet vielleicht auch, nicht von allen gemocht zu werden. Aber dieses fragwürdige Lebensziel darf man gern schon mit zehn Jahren ablegen – es befreit ungemein. Und zwar nicht nur davon, seine Energie zu verschwenden, um in den Augen anderer gut dazustehen. Es bewahrt einen auch davor, selbst ständig zu bewerten wer okay, mittel oder indiskutabel ätzend ist.

Beeindruckend souverän durchs Leben

Was ich meiner Tochter am Ende geraten habe? Nun, es war weniger ein konkreter Hinweis als vielmehr ein Impuls. Ein kleiner Schubs in eine Richtung, die sie womöglich als die ihre erkennt. Sich selbst zu vertrauen. Zu bemerken was einem gut tut – oder eben nicht. Und dieser Intuition zu folgen, denn sie erweist sich meist als richtig. Aber manchmal macht die Intuition schon mal Bauchschmerzen und die muss man lesen lernen. Ich bekomm das auch nicht immer hin. Pflichtbewusstsein, Sicherheitsdenken und Zuverlässigkeit sind meine mächtigsten Gegner – aber ich lege sie immer besser aufs Kreuz!

Mein Tipp gegen Bauchschmerzen:

Sich selbst und seiner inneren Stimme zu vertrauen ist sau-schwer. Sie kann ein unbegründeter Zweifel sein oder eine spontane Entscheidung, ein unerklärliches Zögern und auch eine unüberlegte Aktion. Aber – immer nur auf andere zu hören, sich einreden zu lassen was das Richtige sei und sein Leben von der Meinung anderer abhängig zu machen, ist der größte Vertrauensbruch sich selbst gegenüber! In sich selbst zu ruhen ist die gewaltigste Macht ever.

Also, bis nächste Woche – Ruhe bewahren und Tee trinken!

Patrizias Teeologien sind inspiriert von Teebeutel-Weisheiten und übersetzen diese ins wahre Leben: Was will der Teebeutel mir sagen? Ist das auf dem Teebeutel mehr als nur ein belangloser Spruch? Wird mich das Trinken genau dieses Tees mit zunehmender Lebensweisheit belohnen?

Diese Woche: „Jemanden beeindrucken wirkt einen Moment. Vertrauen ist für immer.“

 

 

 

 

 


Photo by Miguel Bruna on Unsplash