67 Views |  1

Der WOW- Effekt: Was zur Hölle ist das und finde ich ihn? – Patrizias Teeologie No. 17

WOW wanted! Alle sind auf der Suche nach WOW! Ständig werde ich danach gefragt. Das WOW wird gefordert, gejagt und gepriesen. Ach, meint die Kundin, die Fotos sind gut aber irgenwie fehlt mir…der WOW-Effekt. Mein Kumpel, Fotograf, ist verständnisvoll aber auch orientierungslos, als er diesen Kommentar hört. Könnte sie wohl konkretisieren was genau sie damit meint? Kann sie – nicht. Und wieder einmal ist ein kreativer Mensch lost im WOW-Vakuum. Zurückgelassen mit dem schier unmöglichen Auftrag dieses WOW zu finden. WTF ist WOW?

Das Lesen zwischen den Zeilen

Ich glaube der inflationäre Gebrauch des WOWs ist lediglich die ungeschickte Kaschierung des eigenen Unvermögens sich klar und deutlich mitzuteilen. Wie ein Unwohlsein oder Bauchschmerzen bei Kindern. Irgendwas passt nicht, fühlt sich komisch an und hinterlässt ein unbequemes Gefühl. Was genau dahinter steckt muss ich dann in mühevoller Fingerspitzentaktik herausfinden. Aus der Nase ziehen, wie man so schön sagt.

Die Jagd nach einem Phantom

Die Suche nach etwas, von dem es keine Beschreibung, kein Phantombild, einfach nichts gibt scheint zunächst ziemlich aussichtslos. Also beginne ich ins Blaue hinein zu gestalten, entwerfen, feilen und kreative Vorschläge zu machen. Immer in der Hoffnung zufällig ins Schwarze zu treffen. Dabei werde ich immer unzufriedener, glaube immer weniger daran tatsächlich dieses WOW sichtbar machen zu können und verliere meine eigene Vision aus dem Blick.

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Ganz schlechte Idee. Denn wenn man selbst nicht mehr überzeugt ist, kann man niemanden überzeugen. Das merken die anderen und eine träge, zähe Demotivation stellt sich ein und ganz ehrlich – unter solchen Umständen wird die Suche nach dem WOW zur Suche im Misthaufen. Fühlt sich kacke an und sieht meist am Ende auch kacke aus.

Die Sache mit dem Gefühl

Als kreativer Mensch hat man es wirklich schwer. Früher war es die Lieblingsfarbe der Frau des Kunden, die am Ende zufällig die sogenannte neue Hausfarbe des Unternehmens wurde und als omnipräsentes Logo an der Firmenzentrale klebte. Da hilft keine Herleitung, keine wissenschaftlichen Prognosen oder Konkurrenzanalysen. Am Ende siegt das Gefühl. Heute ist es das WOW und auch bei dem geht es vorallem um Emotionen.

Mein Tipp für das Aufspüren des WOW-Effekts:

Zuhören. Fragen stellen. Wieder zuhören. Kein Witz, das hilft wirklich total, weil dein Gegenüber merkt, dass sein Anliegen ernst genommen wird. Und ich bin sicher, dass das Gegenüber genauso lost ist wie man selbst. Aber wie das so ist, wenn man den Weg nicht so genau kennt: Sprechen, fragen und gemeinsam überlegen hilft enorm, zumindest nicht allein mit seinem Problem dazustehen. Und dann stellt sich der Effekt oft von selbst ein – der Blick klärt sich und dann ist alles WOW!

Also, bis nächste Woche – Tee trinken und das WOW WOW sein lassen!

Patrizias Teeologien sind inspiriert von Teebeutel-Weisheiten und übersetzen diese ins wahre Leben: Was will der Teebeutel mir sagen? Ist das auf dem Teebeutel mehr als nur ein belangloser Spruch? Wird mich das Trinken genau dieses Tees mit zunehmender Lebensweisheit belohnen?

Diese Woche: „Schon durch aufmerksames Zuhören lindern wir Schmerz und Leid.“

 

 


Photo by Colton Sturgeon on Unsplash