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Zweifel und Wölfe: entscheidend ist, wie wir mit Unsicherheiten umgehen

Ich habe Zweifel. An allem. Macht das Sinn was ich tue? Kann ich das überhaupt? Sind die Dinge die ich anpacke am Ende nur in meiner Vorstellung bedeutsam? Diese zweifelhaften Phasen hab ich immer wieder. Genau genommen jeden Monat. Und obwohl ich schon darauf gefasst bin, stellt sich jedes Mal fassungslose Unsicherheit ein.

Was ich dagegen tue? Im Grunde erst einmal abwarten. Ich weiß ja, dass die Phase vorbeigeht. Aber sie strengt mich an, sie zieht mir die Energie um weiterzumachen und vorallem macht sie mir unglaublich schlechte Laune. Also fange ich an die Zweifelphase zu beobachten. Versuche sie mit optimistischen Argumenten zu schlagen und entdecke neue Perspektiven auf bisher klar geglaubte Sachverhalte.

Schwarzer Wolf und weißer Wolf

Der Zweifel gehört irgendwie dazu. Und bei genauerer Betrachtung, kann er im Schaffensprozess tatsächlich bereichernd sein. Man darf sich nur nicht einfach kampflos hingeben. Der sogenannte schwarze Wolf will gefüttert werden: mit meinen Zweifeln, mit Pessimismus und dem Hände in den Schoß legen.

Aber ich kann auch entscheiden den weißen Wolf zu füttern: und das mach ich auch!

Schwarzer und weißer Wolf

Kleiner Zweifel und großer Mut

Denn welcher der beiden Wölfe letztendlich gewinnt, entscheide ich. Es ist natürlich jener, welchen ich füttere. Davon gehen die Zweifel die der schwarze Wolf mit sich bringt nicht weg, aber er wird kleiner und beeindruckt mich merklich weniger. Und er bringt auch vieles mit, das ich brauche um mich weiter zu entwickeln: Mut, Risikobereitschaft und Kritik.

Spitze Zähne und scharfe Krallen

Richtig gut wird es also, wenn ich die beiden Wölfe im Auge behalte und weiß, wie ich mit ihnen umgehen muss. Immer wieder kommt der schwarze an und versucht sich in den Vordergrund zu drängen. Wenn ich jetzt anfange ihn zu bekämpfen, werde ich garantiert verwundet aus der Sache rausgehen. Zu scharf die Klauen, zu spitz die Zähne. Ich muss also vorsichtig sein. Gut überlegen. Meine Strategie entwickeln.

Helles Licht und dunkle Schatten

Die Geschichte vom schwarzen und weißen Wolf ist auch die Geschichte von Licht und Schatten. Und die gehören zusammen. Eins kann nicht ohne das andere. Entscheidend ist, was ich daraus mache, wie ich beide betrachte und mit ihnen umzugehen vermag. Ich mag mich generell nicht anknurren lassen und deshalb find ichs einfach okay dass der schwarze Wolf mich regelmässig besucht. Schatten bei 40 Grad ist ja auch besser als im Sonnenlicht rumstehen!

Mein Tipp für den Umgang mit dem scharzen Wolf:

Versuche nicht ihn zu verjagen, der kommt immer wieder zurück. Versuche nicht ihn wegzusperren, denn wenn es ihm gelingt zu entkommen, wird seine Rache bitter sein. Komm mit ihm klar. Schau ihn dir genau an und kraul ihn hinter den Ohren. Er will auch nur geliebt werden – so wie alle!

Also, bis nächste Woche – den Mond anheulen und Tee trinken!

Patrizias Teeologien sind inspiriert von Teebeutel-Weisheiten und übersetzen diese ins wahre Leben: Was will der Teebeutel mir sagen? Ist das auf dem Teebeutel mehr als nur ein belangloser Spruch? Wird mich das Trinken genau dieses Tees mit zunehmender Lebensweisheit belohnen?

Diese Woche: „Lasst uns Lichter anzünden, statt über die Dunkelheit zu klagen.“

 

 

 


Photo by Elizabeth Tsung on Unsplash