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Skepsis oder Selbstbewußtsein – wir haben in der Hand wie wir das Leben sehen – Patrizias Teeologie No. 23

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Oh, die armen Kinder. Hört sich nach einer Tragödie an? War aber nur der Einschulungstag. Einmal Weiterführende und einmal Grundschule. Besorgte, elterliche Blicke, die der Schullaufbahn von Anfang an einen unerträglich schweren Stempel aufdrücken. Kinder, die ihre Neugier einem jetzt schon produzierten Leistungsdruck opfern. Und ohne Neugier lernen? Uhh, das wird zäh! Hört mal auf damit! Ihr selbst könnt beeinflussen, mit wieviel Selbstbewußtsein ihr durchs Leben lauft.

Mut machen für Veränderungen

Klar. Es beginnt tatsächlich ein ganz neuer Lebensabschnitt. Und ja, das mit dem 24/7 -Sandkastenspiel ist vorbei. Aber der Spaß ist nicht vorbei. Das lustige Leben auch nicht. Und mit Gefangenschaft hat das Lernen auch nichts zu tun. Die Frage ist doch, wie unsere Einstellung zum Thema Lernen, Schule oder der Veränderung ansich ist. Frust oder Lust – Skepsis oder Selbstbewußtsein. Und genau hier müssen wir uns entscheiden. Können wir uns selbst und anderen Mut machen, oder knicken wir ein?

Neugierde ist unsere Triebfeder

Die eigene Neugierde ist der treibende Motor um sich zu entwickeln, zu lernen und sich zu verändern. Neurowissenschaftler gehen davon aus, dass wir alle diesen natürlichen Treiber in uns haben. Und auf diesen gilt es gut zu achten. Er kann durch Leistungsdruck, Zwang und Versagensängste gänzlich ausgelöscht werden und dann – macht Lernen tatsächlich keinen Spaß mehr. Ein gesundes Selbstbewußtsein seinem eigenen Potenzial gegenüber, schafft dagegen die Freiheit sich auf alles Neue bewertungsfrei einzulassen.

Prozesse annehmen und üben

Ich versuche meinen Kindern zu vermitteln, dass alles ein Prozess ist. Mama, was heißt Prozess. Yep, schon wieder so ein Wort. Na, Prozess heißt, alles verändert sich. Immer. Du kannst alles formen. Nichts muss bleiben wie es ist. Es gibt keinen Menschen der schlecht in Mathe ist. Wenn man Lust drauf hat sich damit zu beschäftigen, kann man üben. Lernen. Verstehen. Wenn man keine Lust hat, dann hat man womöglich mehr Lust Englisch zu üben. Kann sein, dass man in Mathe dann aber nicht besser wird, weil die Übung fehlt.

Schlecht in Mathe gibt es nicht

Glaubt mir. Ich bin die letzte die ihre Kinder davon abbringen will Mathe zu üben. Natürlich habe ich kein Interesse daran, dass sie sitzenbleiben, mit 6en benotet werden oder total frustriert den Gang zur Schule boykottieren. Aber ich will dass sie wissen: eine 5 in Mathe bedeutet nicht, dass man zu blöd für Mathe ist. Oder, dass man halt generell nicht gut in Mathe ist. Ich will nicht, dass sie in die altbekannte Schublade gesteckt werden: eher Talent für Kunst als für Zahlen!

Wachstum braucht Zeit

Das passiert nämlich schneller als du bis drei zählen kannst. Eine schlechte Note, eine Zahl die dich bewertet – und schon glaubst du selbst nicht gut darin zu sein. Dabei ist jedes und alles eine Momentaufnahme. Fachleute sprechen vom fluiden Mindset und meinen damit nichts anderes, als dass unser Gehirn sich immer weiter entwickelt. Dein Leben lang. Wachstum benötigt Zeit, Einsatz und gegenseitige Unterstützung.

Kaum etwas ist für uns von so grundlegender Bedeutung wie unser Selbstbild. Es bestimmt unsere Entwicklung – wie wir lernen, welche Ziele wir uns setzen, wie wir Herausforderungen und Probleme angehen. (Carol Dweck, Selbstbild, Piper Verlag)

Dynamisches Mindset und Selbstbewußtsein

Unser Mindset, also unsere Denkweise, sprich die Art und Weise wie wir über uns selbst denken, hat maßgebliche Auswirkungen darauf wie sehr wir unser Potenzial entwickeln können. Das, was wir selbst glauben uns zutrauen zu können, macht einen großen Teil unseres Selbstwertgefühls aus. Und darauß entsteht schliesslich das, was unser eigenes Rückrat bildet: Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein.

Mein Tipp für ein Plus an Selbstbewußtsein:

Vergiss vollendete Tatsachen. Blick den Möglichkeiten der immerwährenden Veränderung tief in die Augen. Lass dich darauf ein, dass du dich in einem fortlaufenden Prozess befindest, in dem zu jedem Zeitpunkt alle Türen offen stehen. Schick die Gedanken weg, die dich einschränken und dann – sei bereit alles zu erreichen was du möchtest!

Also, bis nächste Woche – tief in die Teetasse blicken!

Patrizias Teeologien sind inspiriert von Teebeutel-Weisheiten und übersetzen diese ins wahre Leben: Was will der Teebeutel mir sagen? Ist das auf dem Teebeutel mehr als nur ein belangloser Spruch? Wird mich das Trinken genau dieses Tees mit zunehmender Lebensweisheit belohnen?

Diese Woche: „Mach dir selbst und anderen Mut.“

 

 

 


Photo by Sammie Vasquez on Unsplash