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Die Intuition einer Pippi Langstrumpf – Patrizias Teeologie No. 28

Sag mal – fragt mich neulich ein Business-Man – ist Pippi Langstrumpf eigentlich dein Vorbild? (Seine Frage bezog sich ganz klar auf meinen Kleidungsstil, aber dies nur am Rande)

Nö. Ist sie nicht. Aber warum eigentlich nicht? Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt ist nicht das schlechteste Motto, außer man heißt Trump – tue ich aber nicht! T

rotzdem kann ich mir diesmal keinen Reim drauf machen, was mit dem Teebeutelspruch gemeint ist. Unschuld erweckt Intuition. Ich weiß wohl, was die einzelnen Worte bedeuten, aber in dieser Konstellation ergeben sie keinen Sinn für mich. Deshalb tue ich, was ich immer tue, wenn mir die Orientierung abhanden gekommen ist: ich gehe Schritt für Schritt. Weitermachen und darauf vertrauen, dass sich alles fügt, bringt mich dazu in Bewegung zu bleiben anstatt in Schockstarre zu verfallen. Ich verlasse mich auf meine Intuition, womit wir schon bei Begriff Nummer eins gelandet wären.

Intuition. Die innere Stimme, die ich viel zu oft überhöre. Der ich häufig nicht genug Wichtigkeit beimesse. Weil ich denke, dass ich mich selbst verarsche, weil ich mir die Welt zurechtrücke wie ich es möchte.

Listen to your heart

Moment mal! Und was genau wäre falsch daran? Selbstverständlich ist meine innere Stimme von mir gesteuert. Von meinem Unterbewusstsein, von meinem Bauchgefühl, von was auch immer. Weniger wichtig wie sie gesteuert wird ist, dass sie da ist und dies nicht ohne Grund. Und das sie nicht weniger Wert ist als die Warnungen von Außen, die Statistiken und Zahlen, scheinbare Beweise und Fakten.

Kaltes, klares Wasser

Und woran erkenne ich, dass es sich um meine Intuition handelt und nicht um mein Gehirn, welches mir nur versucht optimistisch gut zuzureden? Die Frage ist: wo ist der Unterschied? Die Frage ist: muss ich mich in einzelne Segmente aufteilen und beleuchten was wie funktioniert und welchen Einfluss auf jenes und dieses hat? Nein, muss ich nicht. Im Gegenteil. Die Intuition ist, wenn ich einen Aggregatzustand dafür definieren würde, flüssig. Sie ist wie Wasser und breitet sich überall aus. Umfliesst und durchspült, schwappt hierhin und dorthin. Sie ist nicht fest, nicht hart, nicht eindeutig. Und wir bestehen zu über 70% aus Wasser…

Girls just wanna have fun

Was ist nun mit der Unschuld… Unbefangenheit, Unwissenheit im positiven Sinne, eine Freiheit die wir mit dem Aneignen von Wissen durchaus einbüßen müssen. Klingt für mich stark nach Kindheit. Erinnert ihr euch an eure Einschulung? Irgendwie meinten alle, jetzt beginnt der Ernst des Lebens und das hatte den starken Beigeschmack von Der-Spaß-ist-jetzt-vorbei. Und jetzt stell dir vor, damals hätte jemand gesagt: Oh fantastisch, jetzt geht der Spaß erst richtig los! Verlass dich einfach weiter auf dein Gefühl, hab Spaß und lass es auf dich zukommen – wie die letzten sechs Jahre auch. Geht aber nicht, wenn dir die vorgefertigte Meinung einer anderen Person übergestülpt wird und du deine Intuition erst garnicht befragen kannst.

If I were a boy

Ich denke jetzt wird langsam ein Schuh draus. Das Erwecken meint wieder aufleben lassen. Und wenn ich davon ausgehe, dass ich auch Unschuld, im Sinne von Unbefangenheit, durchaus wieder in mein Leben zurückholen kann, dann wird mir noch viel mehr gelingen können. Wenn ich aufhöre ständig Wenn und Abers zu denken, zu sehen und zu sagen, kann ich mich auf etwas Unglaubliches einlassen: darauf dass grundsätzlich einfach ALLES möglich ist. Und das hat nichts mit Naivität zu tun sondern mit einer grundsätzlichen Haltung zu dem was wir unser Leben nennen.

Talking Heads

Und mit dieser universellen Unschuldsvermutung dem ganzen Leben gegenüber lauf ich drauf los. Furchtlos ohne naiv zu sein. Zuversichtlich, weil ich permanent einen zuverlässigen Kompass bei mir habe. Meine Intuition hilft mir Entscheidungen zu treffen und Wege zu finden, die gut für mich sind. Die zu mir passen. Sie hilft mir die Einschätzungen und Eingriffe anderer richtig zu bewerten und mich nicht beirren zu lassen. Ich muss nur zuhören – was nicht immer ganz einfach ist. Das Problem ist Lärmsmog. Das Bla Bla Bla um mich herum.

Ssssssssh!

Ich brauche ein Void Space. Am besten einen den ich immer dabei habe. Ohren auf Durchzug. Oder noch besser, wie der Goldfisch: wenn´s dem zu laut wird, verschliesst er seine Ohren. Genial! Rein evolutionär betrachtet geht da noch einiges für uns Menschen!

Mein Tipp für, falls ihr nicht so lange warten wollt (Evolution dauert bekanntlich und das Warten kostet immer unglaublich viele Nerven):

Meditation. Oder zumindest Teile davon. Einatmen, Ausatmen. Ruhe bewahren und nicht sofort losrennen. Oder losrennen, aber nicht direkt zielgerichtet, sondern um des Rennen willens. Warum? Weil nicht immer alles sinnstiftend sein muss, von Außen betrachtet. Es sollte vorallem Sinn ergeben, von Innen betrachtet. Und dafür braucht es den Void Space. Und den könnt ihr zum Beispiel in dem kleinen Moment zwischen Einatmen und Ausatmen finden. Klingt strange? Ausprobieren! Und bloß nicht alles glauben, was die anderen einem immer erzählen…

Also, bis nächste Woche – Einatmen – Tee trinken – Ausatmen.

Patrizias Teeologien sind inspiriert von Teebeutel-Weisheiten und übersetzen diese ins wahre Leben: Was will der Teebeutel mir sagen? Ist das auf dem Teebeutel mehr als nur ein belangloser Spruch? Wird mich das Trinken genau dieses Tees mit zunehmender Lebensweisheit belohnen?

Diese Woche: „Unschuld erweckt Intuition.“

 

 

 


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