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Tough – Tougher – T E F L O N – oder was unterscheidet selbstbewusste Menschen

Was haben selbstbewusste und selbstsichere Menschen mit einer guten Bratpfanne gemeinsam?

Kennst du einen wirklich selbstbewussten Menschen? So einen, von dem du dir am liebsten eine Scheibe abschneiden möchtest? Einen, der sich seiner Potenziale und Grenzen vollkommen bewusst ist und sich diese ohne viel Aufsehen und ohne viel Tamtam  eingestehen kann? Einen, der mit sich und der Welt völlig im Reinen ist?

Besonders aufgefallen ist mir eine solche junge Frau vor kurzem in einem Restaurant.

Die gelassene und kompetente Kellnerin im Restaurant

Alles fing mit einer sachlichen Beschwerde und dem Verweis auf eine ziemlich lange Wartezeit an. Das Ehepaar an meinem Nachbartisch war etwas ungehalten. Sie mussten nun schon sage und schreibe 25 Minuten auf ihr Essen warten. Die junge Kellnerin entschuldigte sich beim Servieren des Essens, versuchte aber sofort weiterzumachen.

Es tut mir sehr leid. Sie sehen ja, wir haben viel zu tun und sind zudem unterbesetzt.

Das schien den Gästen aber nicht zu genügen und somit beließ es der Herr auch nicht dabei. Seine Äußerungen wurden unsachlicher und banden nun persönliche Anspielungen ein. Doch während er den Kommunikationskanal wechselte, war deutlich zu erkennen, dass die Empfängerin dieses Spielchen nicht mitspielte. Trotz der Nörgelei und den durchaus despektierlichen Bemerkungen über die Inkompetenz des Personals verharrte sie in stoischer Ruhe und absoluter Gelassenheit bei ihrer Aussage und fügte – zu meiner Bewunderung – noch etwas hinzu:

Wie gesagt, wir haben viel zu tun und sind unterbesetzt. Je länger SIE mich jetzt aufhalten, desto UNANGENHMER wird der Abend FÜR ALLE hier.

Sie wandte sich respektvoll, aber sehr bestimmt ab und ging unbeeindruckt weiter ihrer Arbeit nach. Die Herrschaften am Nebentisch hatten sichtlich zu denken und wechselten während des Essens kein Wort. Die junge Dame blieb ihrem eigenen Stil treu. Unbeirrt und unbeeindruckt. Gelassen und bestimmt. Aber trotz allem respektvoll.

Als ich am nächsten Tag beim Frühstück noch immer über die Situation schmunzelte, entdeckte ich im übertragenen Sinne eine Gemeinsamkeit zwischen ihr und meiner Pfanne. Auch an der Teflon-Beschichtung  bleibt nichts hängen. Es perlt alles einfach ab. Wem die Metapher mit der Teflon-Pfanne jetzt zu hausfrauenlastig ist, der ist herzlich eingeladen, Teflon durch ein anderes abweisendes Material zu ersetzen. Natürlich wäre das Lotusblatt schon aufgrund des Bildes, das in unseren Köpfen sicherlich eine etwas exotischere Vorstellung evoziert, schöner, aber erstens hatte ich das nicht in der Küche beim Frühstück und zweitens geht es ja ums Prinzip.

Was ich daraus mitnehme?

Einen Standpunkt haben. Kritik, wenn sie berechtigt ist, aufzunehmen, aber andernfalls auch abzuweisen und unbeirrt weiterzumachen. Sich nicht selbst ständig zu hinterfragen. Sich nicht klein zu machen und sich auch nicht klein machen lassen. All das, macht das Leben leichter. So wie eine Teflon Pfanne, weil man keine Ewigkeit zum Spülen braucht. Sich nicht alles zu Herzen zu nehmen, was andere sagen oder tun. Einfach ganz bei sich selbst bleiben und die Position des Anderen als das wahrnehmen, was sie ist. Die Position des Anderen! Nicht deine! Und es muss auch nicht deine werden.  Und deshalb darfst du auch einfach mal Dinge an dir abperlen lassen.

Sicherlich ist die ein oder andere kritische Bemerkung berechtigt, aber deshalb muss man sich ja nicht gleich einen Kratzer in der Beschichtung einfangen.

Viel zu oft erlebe ich in meinen Coachings, dass Klienten sich alles zu sehr zu Herzen nehmen und sich komplett aus der Bahn werfen lassen. Da wird aus der kleinsten Bemerkung ein überdimensionales Drama, das schlaflose Nächte nach sich zieht. Wir arbeiten dann häufig an Ressourcen, Stärken, der eigenen Position und machen Sichtwechsel, um verschiedene Perspektiven auszuprobieren und so nach und nach eine Schutzschicht aufzubauen, die eben nicht mehr alles durchgehen lässt.  Eine Oberfläche, die es erlaubt, sich sicher zu fühlen und sich in voller Größe zu zeigen. Eine Hülle, die individuell passt. Mit der man sich nicht mehr verstecken muss, sondern sichtbar werden darf.

Also, wann immer dich mal wieder etwas anstachelt, ärgert oder irgendwie aufwühlt, überleg ganz kurz, ob es wirklich dein Thema ist und wenn nicht:

Lächeln, an eine Pfanne denken und es einfach abperlen lassen.

 

In diesem Sinne:
ALWAYS BE YOURSELF UNLESS YOU NEED TO BE TEFLON
THEN ALWAYS BE TEFLON   🙂 

 

Alles Liebe,

Denise