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Bühne frei – hier kommt mein EGO – über die Diven und Primadonnen dieser Welt

Wie die Diven und Primadonnen dieser Welt uns mit ihrer Art um den Verstand bringen und was sie offensichtlich noch nicht verstanden haben.

„Wenn ich sie morgens nicht gleich überschwänglich begrüße und ihr meine volle Aufmerksamkeit widme, ist sie für den Rest des Tages eingeschnappt, unausstehlich und nicht zu ertragen.“

Hand aufs Herz! Wer hat sie nicht? Die Freundin, Kollegin oder Mitarbeiterin, die so gerne Dreh- und Angelpunkt des Universums ist?! Selbst auf Fortbildungen oder in alltäglichen Situationen entpuppt sich schnell, wer einen ausgeprägten Sinn für Egozentrik hat.

Und irgendwie schaffen es genau diese Personen doch immer wieder, in uns anderen ein unbehagliches Gefühl auszulösen. Irgendwas zwischen neidisch – genervt – angebiedert – aggressiv – leer. Und das stresst einige. So geht es mir zumindest immer.
Ich gehe nach einer Weile auf Abstand, weil mich der Kontakt mit Diven recht schnell auslaugt. Ich brauche eine Weile, bis meine Energiereserven wieder gefüllt sind. Für den nächsten Akt.
Aber mal ehrlich, hinter diesem Gefühlschaos zwischen neidisch – genervt – angebiedert – aggressiv und leer macht sich doch noch mehr breit. Wenn man sich die Mühe macht, hinter die Fassade der Selbstinszenierung zu schauen, bleibt doch eigentlich nur eins. Mitleid.

Im Grunde wissen wir doch alle…

Je prahlerischer und großkotziger die Diven und Primadonnen dieser Welt auftreten, desto leichter sind sie zu verunsichern und zu kränken. Wer viel inszeniert und auf den Bühnen dieser Welt unterwegs ist, von Hauptrolle zu Hauptrolle jagt, der ist wenig bei sich selbst.

Und das ist traurig. Sich ständig an anderen messen zu müssen, immer im Mittelpunkt stehen zu wollen und Angst haben, etwas verpassen zu können. Oft auch noch einhergehend mit der absolut unschönen Eigenschaft andere abzuwerten, um sich selbst größer zu machen.

Aber wenn Vorhang und Maske gefallen sind, dann bleibt nicht etwa der Held oder die selbsternannte Grande Dame zurück. Nein, dann beginnt der Zerfall eines Pseudo-Helden und Scheinriesen. Und übrig bleibt meist ein kleines Häufchen Elend. Unglücklich. Einsam. Voller Selbstzweifel und Unsicherheit. Leer und ausgepowert, weil diese Inszenierungen so unendlich viel Kraft kosten.

Wo bleibt denn da die Zeit zum Atmen? Sich einfach mal hinsetzen und ausruhen können. Sich mit einer schönen Tasse Kaffee zurücklehnen und dabei zuzuschauen, wie andere im Mittelpunkt stehen. Mit fühlen. Mit lachen. Mit leiden. Dabei sein eben.

Bedürfnisse sind stark und zuweilen recht erbarmungslos. Da macht das Geltungsbedürfnis keine Ausnahme.

Aber bedeutend ist nicht immer nur die Hauptrolle. Wie viele Protagonisten wären auf ihrer Heldenreise gescheitert, gäbe es da nicht den loyalen Nebendarsteller. Den supporting act, der dem Helden unterstützend, mit Rat und Tat, zur Seite steht. Der mit den Widrigkeiten des Lebens kämpfen muss. Mal gewinnt und mal verliert. Bunt. Greifbar. AUTHENTISCH. Einer von uns.

Die schönsten Dinge und das größte Glück findet man selten im grellen Scheinwerferlicht.

Im Leben gibt es keine feste Rollenzuschreibung. Es gleicht vielmehr einem Improvisationstheater. Du stehst morgens auf und guckst, was der Tag bringt. Du entscheidest, welche Rolle du spielst. DU hast jeden Tag aufs Neue die Wahl der Besetzung und machst aus jedem Tag das Beste.  Und aus all diesen Tagen und Szenen entsteht nach und nach dein eigenes Stück.  Deine Geschichte. Mal in der Hauptrolle, mal als Supporting Act und auch mal rein als Statist. Mal stark und selbstbewusst im Mittelpunkt, mal zweifelnd, mal oben auf und mal ganz unten. Mal auf der Überholspur und dann doch wieder festgefahren. Aber immer mittendrin und voll dabei, denn du schreibst dein Drehbuch selbst.

Ihr Lieben Diven und Primadonnen, vielleicht habt ihr es noch nicht verstanden: Wenn es in eurem Leben kein DU mehr gibt, dann geht euer Ego baden. Ihr seid es nämlich, die die Anderen brauchen, um selbst etwas darzustellen. Also hört auf, eure Supporting Acts mit eurer Art zu vertreiben. Nehmt euch ab und an zurück und teilt das spotlight einfach mal. Atmet durch, genießt es und tankt Kraft.

Aus dem Schatten ins Licht zu treten, sichtbar zu werden und dann auch wieder von der Bildfläche zu verschwinden, sorgt für mehr Aufmerksamkeit als permanent im Licht zu stehen.

„The show must go on!“

Alles Liebe,

Denise