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Der Liebeswahnsinn: Gefühle für sich behalten? Auf den ersten Schritt der Männer warten? Fragen über Fragen…

Es ist und bleibt ein Ammenmärchen, dass die Männer immer den ersten Schritt machen müssen, um das Dornröschen zu erwecken. Die Realität ist eine andere und das Gedankenlesen sowie die 1000%ige zutreffende Vorhersage, wie etwas passieren wird, haben wir noch nicht erfunden – zum Glück.

Und ja, die Liebe ist manchmal ein seltsames Spiel, wie es schon Connie Francis in ihrem berühmten Song verpackt. Aber lest selbst den Erfahrungsbericht unserer Autorin und Ressortleiterin für den Bereich Lifestyle Simone Kreuzer.

Die Gefühle für sich behalten?

Der Herzensmann steht vor mir und ich drehe komplett durch. Ich, die sonst immer das letzte Wort hat, bin sprachlos. Ich vergesse alles. Inklusive mich selbst. Die Gedanken drehen ein Looping nach dem anderen und eigentlich will ich flüchten.

Das Treffen in freier Wildbahn war super. Doch wie geht es weiter? Ich weiß es nicht. Ich flippe aus. Ich verdränge. Plötzlich steht er wieder vor mir und ich könnte heulen. Es hämmert und boxt in mir. Ich kann nicht atmen. Verdränge wieder die Gefühle und suche Ablenkung in Pseudobeschäftigungen. Es geht sogar so weit, dass ich mir einrede, dass meine Gefühle mich wieder einmal belügen und der Mann nicht zu mir passt. Warm? Weil er doch eigentlich schon längst den ersten Schritt hätte machen können, oder etwa nicht…?

Die Liebe braucht eine klare Positionierung

Die Liebe braucht eine klare Positionierung, denke ich immer wieder. Denn behalte ich meine brennenden Gefühle für mich, fühlt es sich an, als arbeiten sie irgendwie immer gegen mich. Es ist, als blockierten sie die Leitung meines Lebens, wie ein dicker fetter Stau, der nie enden will. Also, denke ich, brauch ich mich nicht wundern, dass in meinem Leben nichts vorwärts geht und ich im Hamsterrad Marathon laufe – der Kollaps ist also vorprogrammiert.

Ruhe bewahren, Simone, besinne ich mich…

Die Liebe braucht eine klare Positionierung, schießt es wieder in mir hoch. Woher soll mein Herzensmann wissen, wie ich mich in seiner Gegenwart fühle, wenn ich ständig die Klappe halte und meine Gefühle mit einer vorgetäuschten Stärke überspiele? Und wie sieht es umgekehrt aus? Ist es nicht so, wenn ich klar zu mir selbst stehe, dann weiß ich selbst, wohin die Reise für mich gehen darf?

Bin ich mir selbst nicht klar, ist das ein Ticket für den Abgrund und das Hamsterrad gewinnt an Fahrt.

Was ich aus meinen gedanken mitnehme:

Gebe dir selbst die Chance zu lieben

Öffne ich mich ihm, gebe ich mir in aller erster Linie selbst die Chance, zu wachsen. Somit ermächtige ich meinen Herzensmann ebenfalls, über sich selbst hinauszuwachsen. Eine wahrhaftige Liebe braucht Zeit und Raum. Und es braucht immer einen, der den ersten Schritt macht, damit der andere den Raum hat, diesen ebenfalls gehen zu können.

Die Liebe ist ein Sturm. Sie deckt uns auf und offenbart uns. Sie gibt uns die Chance, uns besser kennenzulernen und dazu braucht es einen Mitspieler, der nicht sofort auf der Matte steht. Die Liebe will erobert werden und sie ist und bleibt ein Risikospiel, mit ungeahnten Möglichkeiten, neues zu erschaffen.

Die Liebe ist Alltag. Kein Großereignis.

Bleibt zum Schluss noch zu sagen: Die Liebe ist ein Alltagswahnsinn und kein Highlight oder ein Event, das groß zur Show gestellt werden will und nur einmal erreicht werden muss. Die Liebe ist in jeder Geste, in jedem Verhalten von uns enthalten. Die Art wie wir kommunizieren und handeln, zeigt unsere Liebesfähigkeit uns und anderen gegenüber.

Ist es dann nicht unsere Pflicht, unser Herz sprechen zu lassen, statt es zum Schweigen zu verdammen?

Eins ist klar. Haben wir den Mut, unserem Herzen zu folgen, wird zur richtigen Zeit, der richtige Mann vor uns stehen und die Türe für uns öffnen. Versprochen.

Auch, wenn es bis dorthin ein anspruchsvoller Weg sein wird.

Eure Simone