274 Views |  1

Was passiert in Zeiten von Corona mit einer Kinderseele?

Kann es sein, dass wir bei all den Maßnahmen unsere Jüngsten vergessen? Wäre es nicht schön gewesen, unsere Kleinsten zu fragen, wie es ihnen geht und wie sie die Situation gerade erleben? Oder sind wir als Erwachsene so ignorant, dass wir meinen, wir wissen alles besser?

Meine Freundin Jelena unterhielt sich die Tage mit einer Kinder- und Jungendpsychiater. Eins vorweg: Die seelischen „Folgeschäden“ können gravierender als das Virus selbst sein.

Was Kinder- und Jugendpsychiater gerade erleben

Die Frau berichtet, dass sie verstärkt Kinder wahrnimmt, die Angst haben, in die Schule zurückzukehren. Sie haben Panik, ihre Klassenfreunde zu berühren, mit der Begründung, sie können sich ja anstecken und jemand anders könnte ja auch sterben. Weiter berichtet die Psychiaterin frustriert: „Kinder weinen und müssen diese Maske tragen. Ich darf die Kinder nicht einmal in den Arm nehmen und sie beruhigen. Und mit der Maske ist eine echte Kommunikation schwierig, da die Gestik, die Mimik – die so wichtig für ein vertrauensvolles Miteinander ist – unterdrückt wird.“

Es fehlt an Herzenswärme und Herzintelligenz

Ich bin fassungslos. Kinder verarbeiten und verinnerlichen gegenwärtige Ereignisse viel mehr auf der Gefühlsebene als ein Erwachsener. Sie können noch gar nicht im vollen Umfang rational verstehen, was hier gerade passiert. Die Folge könnte sein, dass sich bei den Kindern das Gefühl festigt, dass Nähe gefährlich ist – im schlimmsten Falle zum Tod führt und ich bin auch noch schuld daran.

Sind wir eigentlich komplett irre? Ist die Welt nicht kalt genug? Mir scheint es so, dass es an all den Regelungen und Vorschriften an Herzintelligenz fehlt. Die Maßnahmen sind viel zu einseitig ausgelegt. Wir schützen Risikogruppen vor dem sicheren Tod, doch verhindern ein selbstverantwortungsvolles Leben in Würde.

Und um der ganzen Aufregung eine wissenschaftlichere Note zu geben:

Ein Affe verhungert lieber, als auf Nähe zu verzichten

Der Wissenschaftler Harlow erforschte ab 1957 die Mutter-Kind-Bindung. Das Experiment mit Rhesusaffen-Babys lief wie folgt ab: Die kleinen Äffchen wurden ohne ihre Mutter in einen Käfig gesetzt und hatten die Wahl zwischen zwei „Mutter-Attrappen“. Die eine Attrappe bestand aus Draht und spendete Milch, die andere Ersatzmutter war kuschelig, spendete jedoch keine Milch. Das Ergebnis war folgendes: Nur zur Nahrungsaufnahme waren die Affenbabys bei der „kalten Mutter“, den Rest der Zeit verbrachten sie bei „Kuschelmama“.

Aus diesem Experiment heraus, erfolgten bahnbrechende Erkenntnisse für die Kinderpsychologie. Man fing an anzuerkennen, wie wichtig Nähe, Wärme und Geborgenheit für die Entwicklung sind. Auch für Jungs!

Wir sind alle Kinder

Wir Erwachsene sollten uns öfters daran erinnern, dass auch wir Kinder sind. In uns lebt ein Kind, das innere Kind. Das genährt werden will. Ein glückliches Kind in uns, sorgt für Leichtigkeit und ist der Schlüssel für ein lösungsorientiertes Leben, statt Depression und Frust.

In der Hoffnung auf bisschen mehr Herzenswärme und Herzintelligenz, damit die Balance zwischen Herz und Hirn in der Gesellschaft wieder eine Chance hat.

Eure Simone