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„Make your partner a real partner“ – Was die Karriereplanung mit der Wahl des Partners zu tun hat.

Unsere Autorin und Karriere-und Laufbahn Coach Nina Kisner zeigt anhand ihrer eigenen Erfahrung auf, wie wichtig es ist, Hand in Hand mit dem Partner die eigene Karriere zu planen und auch zu gehen.

Laut einer Studie widmen nach wie vor die Frauen mehr Zeit für Kinderbetreuung auf, als Männer. Ist das fair und noch zeitgemäß?

Dem Thema Partnerschaft auf Augenhöhe widmet Sheryl Sandberg ein ganzes Kapitel in ihrem 2013 erschienenem Buch „LEAN IN“. Bereits damals schon zitierte sie mehrere Studien, welche belegten, dass wenn beide Eheleute in Vollzeit arbeiteten, die Frauen durchschnittlich 40% mehr Zeit für die Kinderbetreuung und 30% mehr Zeit für den Haushalt aufwendeten als Männer.

Als ich mich jedoch damals mit 16 in meinen jetzigen Mann verliebt hatte, war ich mir weder dieser Studien, noch der Diskussion über die Gleichstellung und Chancengleichheit von Männer und Frauen bewusst.

Mir war auch nicht klar, dass die Aufgabenteilung im Haushalt und der Kinderbetreuung auch mal bei mir ein Thema sein wird, welches die ein oder andere Auseinandersetzung mit sich bringen würde.

„Ich stellte im Laufe meiner Beziehung fest, die Diskussion über dieses Thema, wer sich um was wie viel kümmert, muss sein, sonst kommt die Partnerschaft nicht weiter.“

Mein Mann und ich waren in derselben Klasse und ich ließ ihn ab und an meine Hausaufgaben abschreiben. Mittlerweile sind wir seit 20 Jahren zusammen (10 Jahre davon verheiratet) und haben 3 Kinder. Und ich kann für mich sagen, dass mein Partner die beste Karriereentscheidung war, die ich hätte treffen können.

Ja, ja, mit meinen 37 Jahren weiß ich ziemlich sicher, dass die Vereinbarkeit von Kind und Karriere bereits mit der Partnerwahl anfängt.

Wir beide waren immer schon recht ehrgeizig. Er hat sich mit 21 Jahren in der Logistikbranche selbstständig gemacht und ich war im internationalem Vertrieb oft und gerne auf reisen.

Wir haben uns gegenseitig Mut gemacht die beruflichen Schritte zu gehen, die wir für nötig hielten. Wir hielten dem Partner den Rücken frei, der den nächsten größeren Sprung wagte und hatten das Glück hier auf die zusätzliche Unterstützung unserer Familien zählen zu können.

Wir tauschten uns (und tun dies auch immer noch regelmäßig) über unsere Wünsche und Träume aus, über die Vorstellung wo wir als Liebespaar aktuell stehen und wie wir weitermachen wollen. Wir erzählten uns gegenseitig, wie unser Tag war und gaben einander Tipps.

Sicherlich ist das Groß der Themen unserer Gespräche immer noch die Kinder und alles drum herum, aber ich habe das Glück einen Partner neben mir zu wissen, der auch über seine Gefühle und Ängste mit mir spricht und der mir bedingungslos vertraut.

Es ist ein Mensch, der mich trotz meiner quirligen, rastlosen Art, nie versucht hat zu verändern. Der mich in all meinen Anfängen unterstütz und auch auffängt, wenn dann doch etwas danebengeht…und ich tue das Gleiche für ihn.

Gegensätze ziehen sich an. Doch ein gemeinsames Wertesystem ist das Fundament jeder gesunder Beziehung

Wir beide sind absolut verschieden. Und ich glaube schon, dass etwas an dem Spruch dran ist, dass sich Gegensätze anziehen. Das Wichtigste ist einfach, dass das Wertesystem in grundlegenden Fragen übereinstimmt, dann wird man sich als  „+/- Pol“ wunderbar ergänzen.

Für mich ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe mehr als die faire Verteilung von Care Arbeit.

Es ist in erster Linie das Gefühl als Dream Team alle Herausforderungen gemeinsam zu meistern und Spass dabei zu haben.

Sich zu ermutigen und zu unterstützen, einander zu vertrauen und wertzuschätzen, sich genug Raum für die freie Entfaltung zu lassen und auch mal einfach in Ruhe zu lassen, damit die-oder derjenige seine Batterien wieder aufladen kann.

Und das Wichtigste – dass man den Fokus auf sich als Liebespaar legt und erst dann auf alles Andere.

Meine Tipps, damit man als Paar glücklich bleibt:

1. Sprecht offen und regelmäßig miteinander und klärt folgende Fragen:

  1. Was sind eure Werte? Was ist euch besonders wichtig im Leben, worauf wollt ihr auf keinen Fall verzichten?
  2. Was sind eure Ziele/Wüsche/Visionen?
  3. Wollt ihr beide Kinder?
  4. Wie sehen eure Karrierevorstellungen aus? Lassen sie sich mit der Kinderplanung vereinbaren?
  5. Und immer mal wieder: „Wie geht es Dir?“; „Wie war Dein Tag?“; „Was kann ich für Dich tun?“

2. Findet faire Kompromisse wenn es um folgende Themen geht:

  1. Wie soll die Kinderbetreuung geteilt werden? Wer bleibt wann zuhause? Ist eine Fremdbetreuung sinnvoll? Wer könnte einspringen?
  2. Wer übernimmt welche Aufgaben zuhause? (Wer macht was besonders gerne. Was fällt einem besonders leicht).

3. Ihr seid zuerst ein Paar und erst dann Eltern:

  1. Gebt einander das Gefühl gesehen zu werden. Begrüßt und verabschiedet einander mit einem Küsschen. Fragt wie der Tag war. Erkundigt euch nach der Gemütsverfassung.
  2. Unternehmt etwas regelmäßig miteinander: z.B. regelmäßige Auszeiten ohne Kids, gemeinsame Hobbies, Ausgehabende 2x im Monat, etc.
  3. Gebt einander aber auch Freiräume zum Auftanken. Was möchte jede/r für sich tun? (z.B. regelmäßige Männer- bzw. Mädelsabende, feste ME-Zeiten, Zeit für Hobbies während der Partner die Kinder übernimmt, Kurzurlaub allein, etc.)

Als Resümee kann ich nur sagen, bleibt miteinander im Gespräch!

Ihr könnt noch so ein gutes Team sein und euch toll organisieren, aber wenn ihr neben Kinder und Tagesplanung euch nicht mehr über die eigenen Wünsche und Gedanken austauscht, dann ist die Gefahr groß, dass ihr euch irgendwann gar nichts mehr zu sagen habt!

 

 

 


Photo by andrew welch on Unsplash